Die Glühlampe

27. Januar

130 Jahre lang spendete die Glühlampe der Menschheit Licht, jetzt sieht es so aus, als würde sie von einer nahen Verwandten abgelöst, der Energiesparlampe. Darüber hätten unsere Vorväter nur den Kopf geschüttelt, denn über Dinge wie Energieeffizienz machte man sich noch überhaupt keine Gedanken, als am 21. Oktober 1879 der legendäre amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison die erste Glühlampe brennen ließ, da ging es vor allem darum, woher die Lampe überhaupt ihre Energie beziehen würde und wie lange sie durchhielt (immerhin 40 Stunden).

Edison führte seine Erfindung, die aus einem Kohleglühfaden aus verkohlten Bambusfasern in einem luftleeren Glasbehälter bestand, wie seinerzeit im US-Patentrecht vorgeschrieben, in seiner Erfinderwerkstatt in Menlo Park im US-Bundesstaat New Jersey öffentlich vor und setzte somit den entscheidenden Meilenstein bei der Herstellung von praktisch nutzbaren Glühlampen. Edison war der erste, der die bis dahin ungelösten Probleme von Glühlampen einigermaßen in den Griff bekam und die bis dahin marktbeherrschenden Gaslampen ablöste. Diese Gaslampen waren gesundheitsschädlich, rochen höchst unangenehm und rußten fürchterlich.

Die erfolgreiche Präsentation vom 21. Oktober erregte so viel Aufmerksamkeit, dass Edison das gigantische Projekt einer Elektrifizierung New Yorks angehen konnte. Er reichte sein Patent einer „Electric Lamp“ unter der Nummer 223898 am 1. November 1879 ein und erhielt es am 27. Januar 1880 ausgestellt.

Unter den zahlreichen anderen Erfindern, die vor Edison an der Entwicklung von Glühlampen herumwerkelten, war es vor allem der Engländer Joseph Wilson Swan, der ein knappes Jahr vor Edison, genau am 18. Dezember 1878, sein Glühlampenmodell vorstellte, bei dem er einen in Schwefelsäure getauchten und dann karbonisierten Baumwollfaden benutzte.

Swan gründete sogar eine Fabrik, in der eigens aus Deutschland geholte Glasbläser beschäftigt wurden. Und er sorgte dafür, das die Mosley Street in Newcastle die erste elektrisch beleuchtete Straße der Welt wurde.

Aber Swan ließ sich mit der Patentierung seiner Erfindung Zeit – zu viel Zeit, die Edison nutzte. Als Edison sein Patent auch in Großbritannien beantragte, handelte er sich allerdings ein Gerichtsverfahren wegen Patentdiebstahls ein, das kurz darauf gegenstandslos wurde, weil beide zur „Edison & Swan United Electric Light Company“ fusionierten.

Eine seltsame und bis heute nicht gänzlich geklärte Rolle in der Geschichte der Erfindung der Glühlampe spielte der aus Springe bei Hannover stammende und dann in die USA ausgewanderte Feinmechaniker Heinrich Göbel, der bereits in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts eine Glühlampe erfunden haben wollte, die der von Edison ähnlich gewesen sein soll.Göbel konnte dies aber in zahlreichen Gerichtsverhandlungen nie beweisen.

Obwohl die Mär von „Henry“ Göbel als dem „wahren Erfinder der Glühlampe“ bis heute immer noch in Publikationen verbreitet wird (2004 erschien sogar eine Briefmarke „150 Jahre Glühlampe“), scheint weitgehend geklärt, dass es sich lediglich um eine Kampagne handelte, hinter der ein Mann namens Franklin Leonhard Pope steckte. Pope hatte zunächst gemeinsam mit dem jungen, völlig mittellosen Edison ein Elektrounternehmen gegründet, sich dann aber gegen seinen ehemaligen Schützling gewandt.

Er trat häufig vor Gericht als Sachverständiger gegen Edison an und legte mit einem Artikel, der bereits vor den Gerichtsentscheidungen erschien, die Grundlage für die „Göbel-Legende“. Darin behauptete er, dass Göbel bereits 1859 eine Kohlefadenlampe erfunden habe und dass diese Erfindung aber „übersehen“ worden sei.

Den Erfolg von Edison verhinderte dies nicht, obwohl auch da aller Anfang äußerst schwer war. Denn zur Durchsetzung der Glühlampe war der Aufbau eines Stromverteilernetzes erforderlich, was sehr teuer und riskant war. Zudem war die Lebensdauer der ersten Glühlampen sehr überschaubar, was dazu führte, dass in den Jahren 1879 bis 1882 lediglich 3144 Glühbirnen an insgesamt 203 Kunden in Manhattan verkauft wurden. Gerade einmal 150 Stunden brannten die ersten Glühlampen. Erst 1884 schaffte es Edison, die Lebensdauer auf 400 und dann 1886 auf 1200 Stunden zu erhöhen. Dann war der Erfolg nicht mehr aufzuhalten. Zur Jahrhundertwende waren bereits Zehntausende von Wohnungen elektrisch beleuchtet.

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