Autorennen um die Welt

12. Februar

Richtigen Fahrspaß hatten der deutsche Oberleutnant Hans Friedrich Wilhelm Hugo Koeppen aus dem westfälischen Minden und seine Begleiter wohl nur selten auf ihrer großen Reise um die Welt und dann wurden sie auch noch um den Sieg betrogen. Aber es war ein Riesen-Abenteuer, das erste große Autorennen um die Welt, das am 12. Februar 1908 in New York begann und über Sibirien und Berlin nach Paris führte.

Irre Wetterkapriolen von hohem Schnee bis zu einem Blizzard, Schlammschlachten auf russischen Feldwegen und häufige nächtliche Fahrten auf Bahngleisen, die seinerzeit die einzigen wirklich befahrbaren Wege waren, kennzeichneten diese Strapaze ebenso wie eine unendliche Kette von Pannen an ihrem gefährt mit dem Namen „Protos“.

Einen Steuergabelbruch, das Ende der Kardanwelle und einen irreparablen Motorschaden erlebten die wackeren Automobilisten noch in den USA, so dass sie nicht, wie eigentlich geplant, über Alaska und die zugefrorene Bering-See ins sibirischen Wladiwostok knatterten, sondern per Schiff von Seattle nach Russland reisten.

Dort wurde der „Protos“ repariert und donnerte dann auf den Gleisen der erst sechs Jahre zuvor fertiggestellten Transsibirischen Eisenbahn als fest eingeplanter Teil des offiziellen Fahrplans Richtung Moskau. Das ging auch nicht ganz reibungslos. Ständig, insgesamt 20 Mal, brachen die Federn und die Pneumatik platzte.

Aber in der russischen Metropole gab es eine „Protos“-Reparaturwerkstatt und so war die Weiterreise durch Mitteleuropa nur noch Formsache. In St. Petersburg wurden die deutschen Autopioniere vom Zar empfangen und in Berlin säumten Tausende die Straßen.

Vier Tage vor dem Hauptkonkurrenten, einem immerhin 60 PS starken amerikanischen „Thomas“ traf Koeppen mit seiner Mannschaft am 26. Juli 1908 in Paris ein. „Wir waren am Ziel ... und konnten uns als Erste hier zur Stelle melden“, schrieb der stolze Oberleutnant in seinem wenige Monate später erschienenen Buch „Im Auto um die Welt“.

Doch dann die Ernüchterung: Der Sieg wurde aberkannt und zwar wegen der Bahnfahrt des fahruntüchtigen „Protos“ von San Franzisko nach Seattle und weil der „Thomas“ die USA 15 Tage schneller durchquerte als sein deutschen Konkurrent. Als dritter von insgesamt sechs Teilnehmern erreichte viele Tage später der italienische „Züst“ das Ziel in Paris. Den „Protos“ gibt es übrigens heute noch. Man kann ihn im Deutschen Museum in München bewundern.

Natürlich nahm sich auch Hollywood dieses Stoffes an. Der 1965 vom Komödienspezialisten Blake Edwards gedrehte Streifen „The great Race“, der in Deutschland unter dem Titel „Das große Rennen um die Welt“ oder auch „Die tollen Renner in ihren knatternden Kisten“ hat zwar mit der eigentlichen Geschichte des skurrilen Rennens kaum etwas zu tun, aber das Duell zwischen dem stets weiß gekleideten „großen Leslie“, gespielt von einem stets gutgelaunten Tony Curtis und seinem finsteren Gegenspieler Professor Fate (Jack Lemmon) enthielt jedoch so viel Klamauk und Witz, dass er ein großer Kinoerfolg wurde.

Das große Autorennen um die Welt (was ja genau genommen nicht ganz zutrifft, denn zwischen Start und Ziel lag ja immerhin noch der Atlantik) war nicht die erste, aber sicher die spektakulärste Rallye aller Zeiten. Schon wenige Monate zuvor waren beispielsweise fünf wackere Automobilisten dem Ruf der Pariser Zeitung „Le Matin“ gefolgt, Sie nahmen an einem Autorennen Peking-Paris teil. Die anderen 35, die sich zunächst gemeldet hatten, mussten passen, weil schon die Passage des Gefährts in die chinesische Hauptstadt Unsummen kostete. Am 10. Juni 1907 ging es los und es wurde ebenfalls ein irres Abenteuer.

Denn auch auf dieser Strecke gab es kaum befestigte Straßen oder Kartenmaterial oder gar Tankstellen, so dass mit Benzinfässern beladene Kamele vorab an zuvor festgelegte „Stützpunkte“ geschickt wurden, an denen auch Fernschreiber standen, über sie sich die in jedem Auto mitfahrenden Journalisten melden konnten. Die knatternden Kisten wurden wie Weltwunder betrachtet und konnten sich häufig nur mühsam ihren Weg durch neugierige Menschenmassen bahnen, die damit ähnliche Hindernisse bildeten wie Treibsand, Schlamm und überforderte Brücken. Wie auch immer, Sieger wurde Fürst Scipione Borghese aus der gleichnamigen automobilsportbegeisterten italienischen Adelsfamilie in einem weißen „Italia“ mit 45 PS, den man heute im Turiner Automobilmuseum bewundern kann. Der Fürst brauchte genau zwei Monate für die fast 16 000 Kilometer und verdiente sich so den Siegerpreis, eine Magnumflasche „Mumm“-Champagner.

Zweiter wurde knapp zwei Wochen später ein gewisser Charles Goddard in einem holländischen Nobelschlitten mit dem Markennamen „Spyker“. Wen wundert’s, wir wissen ja aus einem kurzen Auftritt in der Formel 1, dass die gewohnt sind, hinterher zu fahren ...


Der Bonanza-Patriarch
Weltberühmt wurde er in seiner Rolle als Ben Cartwright in „Bonanza“, doch dann legte Lorne Greene ein paar Jahre später noch einmal als Kommandant Adama auf dem „Kampfstern Galactica“ nach. Eine höchst ungewöhnliche Karriere. Heute wäre er 95 Jahre alt geworden, wenn er nicht 1987 an Herzversagen nach einer Lungenentzündung gestorben wäre. Greene, der wegen seiner sonoren Stimme, die auf deutsch ausgezeichnet von Friedrich Schütter übernommen wurde, zunächst Radiosprecher war, ergriff die Chance seines Lebens, als er 1959 eine Hauptrolle in „Bonanza“ übernahm. Mit den beiden Mitstreitern Dan Blocker (Hoss) und Michael Landon (Little Joe) war er gut befreundet, während der kürzlich verstorbene Pernell Roberts (Adam) immer Außenseiter blieb.


Decksdeutsch
Gelber Jakob
Für Feinschmecker ist „Gelber Jakob“ ein Eis aus eingelegter Jackfrucht für den Seemann hat er andere Bedeutung. Es ist nämlich ein anderes Wort für Gelbfieber und bezieht sich wohl auch auf die gelbe Seuchenflagge, die Schiffe bei Seuchenbefall hissen müssen. (Nach Zienert/ Heinsius Decksdeutsch heute)


Schiffsschicksale
Milos
Wer vor dem ersten Weltkrieg von der Levante, also aus dem Nahen Osten, in die USA ausreisen wollte, der fuhr auch mit Schiffen der Deutschen Levante-Linie in Hamburg. Das galt für den 1896 fertiggestellten Dampfer „Milos“ allerdings nur bedingt. Der hatte ja auch nur Platz für 30 Passagiere, deshalb wurde er nach einer ersten Reise von Nowosibirsk nach New York nur noch als Frachter eingesetzt. 1914 wurde die "Milos" in Lissabon wegen des Krieges aufgelegt, 1916 von der portugiesischen Regierung beschlagnahmt und in „Sines“ umgetauft. Am 20. März 1929 sank das Schiff nach einer Kollision im Englischen Kanal. (Nach Arnold Kludas: Geschichte der deutschen Passagierschifffahrt)

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