Capote und Tiffany

18. Februar

Der amerikanische Jugendstil-Guru namens Tiffany war in seiner Welt durchaus nicht unbekannt, weltberühmt aber wurde er erst durch Truman Capotes Kurzroman „Frühstück bei Tiffany“, der am 3. Mai 1958 erschien. Und so wurde der kleine Roman um das kapriziöse Partygirl Holly Golightly, dass immer nur Trost bei Tiffany fand, wenn sie das „Rote Elend“ erfasste, gleichzeitig ein Meilenstein der Literaturgeschichte, der Film-Historie und in den Annalen der internationalen Schmuckbranche.

Der pfauenhafte Autor Truman Capote („ich bin schwul, ich bin süchtig, ich bin ein Genie“), auch schon zuvor hochgelobt und mit Preisen überhäuft, konnte sich nach „Frühstück bei Tiffany“ endlich da etablieren, wo er sich am wohlsten fühlte: In der Welt der Reichen, Schönen und Mächtigen. Er konnte seine Partys feiern, darunter eine der wohl berühmtesten aller Zeiten, als er 500 Superpromis zum legendären „Black & White Ball“ nach New York einlud („ich habe 500 eingeladen und mir 5000 Feinde gemacht“). Er konnte sich über alles und jeden lustig machen und die Welt der Prominenten durch Enthüllungen schockieren um schließlich 1984 krank, verhasst und drogensüchtig im Alter von 59 Jahren an einer Überdosis Schlaftabletten zu sterben.

Da hatte sein Roman schon seine Hollywood-Karriere gemacht. 1961 drehte Black Edwards das Stück mit der zauberhaften Hauptdarstellerin Audrey Hepburn, die eigentlich Edda Kathleen van Heemstra Hepburn-Ruston hieß und in Brüssel geboren wurde, die die Rolle ihres Lebens spielte und danach zur absoluten Weltelite der Filmstars aufstieg. Capote mochte den Film übrigens nicht, da unter anderem das Ende verfälscht wurde und anders als im Buch in einem Traumkino-Happy-End gipfelte.

Für einen aber war der Streifen im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert: Für Tiffany. Dabei hat die Geschichte bis auf den Titel des Film, bedingt durch Hollys originelle Ernährungsgewohnheiten, eigentlich gar nichts mit Tiffany zu tun, aber es führte dazu, dass der edle Laden bis zum heutigen Tag zu einer großen New Yorker Touristen-Attraktion wurde. Die Eleganz der Film-Diva färbte auch auf den Wert der Schöpfungen von Tiffany ab. Vor allem die zu Zeiten von Louis Comfort Tiffany entstandenen Glas-Kreationen erzielen heute Spitzenpreise.

Dieser Louis Comfort Tiffany, der Sohn des Firmengründers Charles Louis, war 1902 ins Geschäft eingestiegen. Da er am 18. Februar 1848 geboren wurde, war er damals schon 54 Jahre alt und galt als der König des amerikanischen Jugendstils. Unter Tiffany Junior gab der schon seit vielen Jahren berühmte Laden noch einmal richtig Gas. Louis Comfort Tiffanys Spezialität war neben originellen Schmuck-Entwürfen in den Farben des Regenbogens schillerndes Glas, das er angeblich kennen lernte, als er in Ägypten Gläser aus den Gräbern der Pharaonen bewundern durfte.

Louis Comfort Tiffany war in jeder Beziehung ein begnadeter Designer, bei dem bald die Reichen dieser Welt bereitwillig ihre Brieftaschen öffneten. Schon bevor er in den Juweliershop seines Vater einstieg, hatte der junge Tiffany 1879 sein eigenes Einrichtungshaus eröffnet, die „Tiffany Glass and Decorating Company“ zu deren spektakulärsten Aufträgen die Renovierung einiger Räume des Weißen Hauses gehörte. Das berühmteste Produkt aber waren die Tiffany-Lampen, bestehend aus farbigem Glas, für das der Designer 1894 ein Patent erhielt und die heute noch weltweit beliebt sind.

Begonnen hatte alles äußerst bescheiden: Gerade einmal vier Dollar und 98 Cent nahmen Charles Louis Tiffany und sein Schulfreund John Young am ersten Tag ein, nachdem sie 1837 in New York, am Broadway 259, ihr Juweliergeschäft eröffnet hatten und nichts deutete auf die spätere rasante Karriere hin.Dabei hatten sie auch schon schöne Erfolge, der alte Tiffany und sein Partner, den er nach ein paar Jahren aus dem Geschäft verdrängte. So gewann Tiffany auf einer einschlägigen Ausstellung in Paris im Jahre 1867 für ein wertvolles Silberstück den ersten Preis, was die erste Auszeichnung war, die je Amerikaner von einer europäischen Jury verliehen bekamen.

Schon 1848 wurde Charles Louis Tiffany von der New Yorker Presse „Diamanten-König“ genannt und ein paar Jahre später schockte er die Glitzer-Welt, als er die französischen Kronjuwelen erwarb. Außerdem führte die Firma einen neuen Brauch in Amerika ein: Zur Verlobung schenkte man sich einen Diamant-Ring von Tiffany. Und noch etwas war Brauch bei Tiffany, was später weltweit Schule machen sollte: Preise waren keine Verhandlungssache. Colliers und Ringe, Armbänder und Diamanten-Ketten kosteten das, was sie kosteten. Basta.


Tod eines Genies
Michelangelo war mittelgroß, kräftig, besaß einen großen Kopf mit abstehenden Ohren und struppigen Haare, fixierte seine Umgebung aus kleinen Augen mit scharfem Blick, lief stets in ziemlich alte Lumpen herum und wusch sich nur äußerst selten. Seine Ernährung war bescheiden, obwohl er sich eigentlich mehr hätte leisten können. Er liebte es allein zu sein, schlief aber dennoch vor allem aus Sparsamkeitsgründen mit seinen drei Gehilfen nicht nur in einem Zimmer, sondern in einem Bett. Am 18. Februar 1564, nur wenige Wochen vor seinem 90. Geburtstag, starb der große Michelangelo ohne ein Testament zu hinterlassen. Er wusste wohl, dass niemand groß genug war, sein Erbe anzutreten - nur die Menschheit insgesamt ...


Blätterwald
Wilderer im Rhein
Er hatte doch nur 25 Kilometer südlich von Straßburg im Rhein geangelt und dabei fünf Fische gefangen. Jetzt muss ein 39 Jahre alter Elsässer 750 Euro Strafe zahlen, wegen Wilderei. Das berichtet die „Badische Zeitung“. Nach einer Entscheidung des Amtsgerichts Offenburg habe der Franzose auf deutschen Territorium gefischt, ohne eine deutschen Angelschein zu besitzen. Das kostet jetzt die Strafe und den Verlust der Angelausrüstung (die auch immerhin 600 Euro wert ist.Dabei tun sich mehrere Fragen auf:Ist der Rhein nicht eigentlich eine internationale Wasserstraße und damit nur eingeschränkt deutsches Territorium?Hat das Gericht die Nationalität der Fische festgestellt?Und vor allem: Wieso gibt es eigentlich überhaupt noch Fische im Rhein?http://www.badische-zeitung.de/elsass-x2x/angler-geraet-ueber-rhein-grenze-750-euro-strafe


Blätterwald
Übersetzung von Beipackzetteln
Mit einer vor allem für Unternehmen der Pharmazie, Medizin und Labortechnik interessanten Geschäftsidee hat sich das Büro Med-Translation im breisgauischen Freiburg niedergelassen. Das berichtet die „Badische Zeitung“. Med-Translation übersetzt unter anderem Packungsbeilagen für Medikamente und Anleitungen für Laborgeräte. http://www.badische-zeitung.de/freiburg/uebersetzer-fuer-beipackzettel


Decksdeutsch
Quatze
Eine Quatze ist ein Fischerkahn an der Ostsee (Nach Zienert/ Heinsius Decksdeutsch heute)


Schiffsschicksale
Bismarck
Es gibt zwar auch ein berühmtes Schlachtschiff mit dem Namen des ersten deutschen Reichskanzlers, gemeint ist hier aber der riesige Passagierdampfer der Imperator-Klasse der Hapag, der am 20. Juni 1914 als letztes friedliches maritimes Großereignis bei Blohm & Voss in Hamburg vom Stapel lief. Das Schiff wurde wegen des Kriegsbeginns erst 1922 in Dienst gestellt wurde, allerdings nicht unter deutscher Flagge. 1919 wurde die „Bismarck“ gemäß den Richtlinien des Versailler Vertrags an die Alliierten ausgeliefert und lief dann als „Majestic“ für die „White Star Line“ in Liverpool. 1936 sollte das Schiff eigentlich abgewrackt werden, wurde aber in letzter Minute von der britischen Admiralität gekauft und zum Schulschiff „Caledonia“ umgebaut. 1939 brannte das Schiff in Rosyth aus und sank. 1940 wurde das Schiff abgewrackt. (Nach Arnold Kludas: Geschichte der deutschen Passagierschifffahrt)

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