Caterina die Große

11. Februar

War sie ein Weltstar oder war sie nur ein Pausenclown? Über Jahrzehnte hinweg waren sich die Deutschen nicht einig über die Beantwortung der Frage, was nun eigentlich von Caterina Valente und ihrem Status als Künstler zu halten ist. Vielleicht liegt es daran, dass sie in keine Schublade passt. Filmschauspielerin? Fernsehstar? Sängerin ja, aber was für eine? Chanson? Jazz? Bossa Nova? Schlager? War sie Tänzerin oder Gitarristin, exzellente Flötistin oder konnte sie doch besser jonglieren, Witze erzählen oder zaubern? Und das ist eben das Problem: Caterina Valente beherrschte alles.

Noch nicht einmal ihre Nationalität lässt sich eindeutig festlegen. Geboren wurde sie am 14. Januar 1931 in Paris, sie lebt seit mehr als 40 Jahren im italienischen Teil der Schweiz, beide Eltern waren Italiener, von denen der eine Teil weitgehend in Schweden, der andere in Russland aufwuchs. Ihr erster Mann war Deutscher, ihr zweiter Engländer. Sie selbst fühlt sich als Italienerin, besitzt allerdings auch einen deutschen Pass – von ihrem ersten Ehemann Erik van Aro, dem Vater ihrer Söhne Eric und Alex, die beide als Produzenten in der Musikbranche arbeiten.

In Deutschland begann die bemerkenswerte Karriere am 11. Februar 1955 mit ihrem ersten ernsthaften Fernsehauftritt in der Sendung „Jazz – gehört und gesehen“ – ein bisschen seltsam, denn mit Jazz hatte ihr erster Hit – „Ganz Paris träumt von der Liebe“ - überhaupt nichts zu tun. Der Schritt in die ganz große Welt des Showbusiness folgte anschließend überraschend schnell. Wenige Wochen nach ihrem Auftritt in Deutschland trat sie in der von dem Zahnpasta-Konzern Colgate gesponserten „Comedy Hour“ mit dem in den USA sehr erfolgreichen Titel „Malaguena“ auf. Praktisch über Nacht kannte sie in Amerika jedes Kind. Sie trat für 30 000 Dollar die Woche (eine Gage, von der Künstler in Deutschland damals noch nicht einmal zu träumen wagten) in Las Vegas auf, später war sie Dauergast im US-Fernsehen, unter anderem bei Dean Martin, Perry Como, Danny Kaye und Bing Crosby.

Auch in Deutschland ging es zügig voran. 1957 startete sie zusammen mit dem Hazy-Osterwald-Sextett auf den noch schwarzweißen Bildschirmen „Bonsoir Kathrin“, die erste Personality-Show der deutschen TV-Geschichte.

Caterina Valente sauste buchstäblich durch die Welt, trat live auf, produzierte Schallplatten in insgesamt 15 Sprachen (sie spricht selbst sechs fließend), drehte Filme, die Fernsehanstalten rissen sich um sie. Sie holte sich den „Fame-Award“, den „Oscar“ des amerikanischen Fernsehens, und bekam 1968 als erste Künstlerin das Bundesverdienstkreuz (später erhielt sie auch das große). In US-Medien wurde sie als „der beste weibliche Unterhaltungsstar der Welt“ bezeichnet.

Nur in Deutschland gab es zeitweise Probleme. Sie sei zu „amerikanisch“ geworden, hieß es, und irgendwie umgebe sie stets ein Hauch von Manege und das sei angesichts des Zirkus-Sterbens nicht mehr zeitgemäß. Die Medienexperten Strobel und Faulstich führen diese Kritik unter anderem darauf zurück, dass Auftritte in Las Vegas ihre besonderen Gesetze haben. Dort werde während der Darbietungen gegessen und getrunken, so dass Gags und komische Effekte überzogen werden mussten, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu sichern. Und das genau tat die Valente. Oft war sie zu laut und zu überdreht, ihr herzliches Lachen zu schrill. Sie habe Talent, aber keinen Geschmack und sei ihre eigene Parodie, so hieß es, was sie mit den Worten konterte: „Ich bin ein Artistenkind, und den Clown wird man mir nie austreiben.“

In der Tat: Caterina Valente stammt aus einer renommierten italienischen Artisten-Familie. Mutter Maria war ein weltberühmter Musikalclown (sie spielte 33 Instrumente) und der ältere Bruder Silvio war Caterinas kongenialer Begleiter. In der 70er und 80er Jahren gelang Caterina Valente ein bemerkenswertes Comeback in Deutschland und sie holte sich die allgemeine Anerkennung, die sie sich mit Können, Fleiß und Hartnäckigkeit schon lange verdient hatte. Vor ein paar Jahren bekam sie einen Ehren-Bambi und obwohl sie sich (mit Unterbrechungen) seit Ende der 90er Jahre weitgehend ins Privatleben zurückgezogen hat, blieb sie in der Erinnerung der meisten Deutschen, sehr zu Recht, „Caterina die Große“.

Don Quijote
400 Jahre alt und unverwüstlich: Am 11.2.1605 betrat Don Quijote, der „Ritter von der traurigen Gestalt“ diese Welt. Und obwohl schon so alt, hat das Werk von Miguel de Cervantes lange auf eine adäquate Übersetzung warten müssen. Von der ersten 1621 von Pahsch Basteln von der Sohle, der eigentlich Joachim Caesar hieß (kein Mensch kann Pahsch Basteln von der Sohle heißen), der das Werk Don Kichote de la Mantzscha nannte, über Ludwig Tieck bis hin zu Ludwig Braunfels, gelang es erst Susanne Lange vor zwei Jahren eine Übersetzung vorzulegen, die auch Literaturkritiker überzeugte. (Nach Wikipedia)


Decksdeutsch:
Kaak
Unter „Kaak“ versteht man einen vor allem in Holland und Dänemark benutzten flachbödigen Bootstyp oder auch eine kräftige Windbö. Früher wurden im alten Hamburg auch miese Unterkünfte für die sozial Gestrandeten „Kaak“ genannt. (Nach Zienert/ Heinsius Decksdeutsch heute)


Schiffsschicksale:
Albano
Das ist schon bitter: Der 1895 in Dienst gestellte und 1903 an die Hamburg Union-Reederei verkaufte Dampfer „Albano“ wurde ausgerechnet von einem deutschen U-Boot versenkt. Und das kam so: Zunächst hatte Union das Schiff an die Hapag verchartert und schließlich verkauft. Diese wiederum verscherbelte den Dampfer 1911 an die französische Reederei Messageries Maritimes in Marseille. Dann kam der Weltkrieg und da die „Albano“ nunmehr Feindschiff war, versenkte sie am 8. August 1917 das U-Boot der Reichsmarine mit der Nummer UC 37 (Nach Arnold Kludas: Geschichte der deutschen Passagierschifffahrt)

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