Das Kaleidoskop

10. Februar

Früher, als es noch kein Farbfernsehen gab, da berauschten sich die Menschen, vor allem die Kinder, an den Farben der Kaleidoskope. Im Juli 1817 erhielt der berühmte schottische Physiker Sir David Brewster darauf sein Patent. Als er im hohen Alter von 87 Jahren, am 10. Februar 1868, starb, hinterließ er ein gewaltiges Werk, weitaus mehr als die Erfindung des Kaleidoskop.

So wird ihm beispielsweise das Stereoskop zugeschrieben, was aber nur teilweise richtig ist, denn der eigentliche Ideengeber war der Engländer Sir Charles Wheaton ungefähr 17 Jahre vor Brewster. Der Schotte verfeinerte das Gerät nur, indem er Linsen benutzte und das Gerät mit einer zweiäugigen Kamera verband. Stereoskopie findet heute vor allem in der Medizintechnik Verwendung, diente aber bis zur Erfindung des Films auch als Jahrmarktattraktion. Dabei blickten Besucher durch Stereoskope in einen großen runden Raum, in dem „lebende Bilder“ erzeugt wurden. Eines der berühmtesten Beispiele ist das legendäre „Kaiserpanorama“ im Wiener Prater.

Die Erfindung des Kaleidoskops kann sich Brewster ganz allein zurechnen lassen. Sie fußt auf seinen Erkenntnissen zur Brechung und der Polarisierung von Licht. Ein Kaleidoskop, das viele Generationen von Kindern in helles Entzücken versetzte, besteht aus einem Rohr, in das man durch eine Glasscheibe hineinsieht. An der anderen Seite befinden sich eine, meist aber auch mehrere Glasscheiben, die mit Perlen oder einer gelartigen Flussigkeit gefüllt sind. Drei oder vier längs an dem Rohr angebrachten Spiegel reflektieren die Scheiben, so dass beim Drehen des Rohres in Richtung einer Lichtquelle immer wieder neue, fantastische farbige Bilder entstehen.

Die bisher gewaltigste Hommage an den britischen Wissenschaftler war bis zum September 2005 auf der Weltausstellung bei Nagoya in Japan zu sehen, wo die kugelförmige Decke eines 47 Meter hohen Turms, des sogenannten „Erdturms“, aus einer Glaskuppel bestand, in der durch Sonnenlicht und eine Menge Spiegel derselbe Effekt wie bei einem Kaleidoskop entstand. Kaleidoskope, die sich relativ leicht selbst herstellen lassen, gibt es aber auch in luxuriösen Einzelanfertigungen, die mehrere Tausend Euro kosten können.

David Brewster, der in der Wissenschaftsszene seiner Zeit eine überragende Rolle spielte, wurde 1831 zum „Sir“. Hauptgrund war, dass er als einer der ersten erkannte, dass die regelmäßige Kommunikation von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen die Forschung vorantreiben würde. Und so gründete er zusammen mit dem Mathematiker und Computer-Pionier Charles Babbage und dem Astronomen John F. H. Herschel (Sohn des Uranus-Entdeckers Wilhelm Herschel) die „British Association for the Advancement of Science“ (Britische Vereinigung zur Förderung der Wissenschaft). Brewster war außerdem als Mitverfasser von Nachschlagewerken wie der „Encyclopedia Britannica“ tätig und schrieb eine große Biografie von Sir Isaac Newton.

Außerdem war er Rektor der weltberühmten Universität von St. Andrews, arbeite also in jenem schottischen Städtchen, wo 1754 mehr als 20 „Noblemen and Gentlemen of the Kingdom of Fife“ zusammen kamen, um einen Pokal für ein jährliches Golfturnier zu stiften, woraus sich später der gesamte Golfsport entwickelte. Aber das ist eine andere Geschichte ...


70 Jahre Tom und Jerry
Eigentlich geht es nur darum, ob der Kater die Maus fängt, aber die Verfolgungsjagden waren so witzig, dass „Tom und Jerry“ ein weltweiter Erfolg und mit insgesamt sieben Oscars ausgezeichnet wurde. Allerdings ist zu befürchten, dass einer der wichtigsten Gründe für den Erfolg in den USA war, dass häufig Witze auf Kosten von Afro-Amerikaner (Tom’s erstes Frauchen war eine praktisch ausschließlich aus Vorurteilen bestehende, mit breitem Südstaaten-Dialekt ausgestattete Frau mit Namen „Mammy Two-Shoes“) , Chinesen oder Japanern gemacht wurden. Dies wurde im Laufe der Jahre aber deutlich entschärft. Am 10. Februar 1940 lief die erste von 161 Folgen im Kino.


Decksdeutsch:
Ihmsen
Als „Ihmsen“ bezeichnet der Seelord Leute, deren Namen er nicht kennt oder vergessen hat. Abgeleitet wurde dies von plattdeutschen „Dat is Ehm!“ Das ist er. (Nach Zienert/ Heinsius Decksdeutsch heute)


Schiffsschicksale:
Austria
Es war die erste große Katastrophe eines Dampfers und es traf ein Hapag-Schiff, die „Austria“. Das 1857 bei Caird im schottischen Greenock gebaute Schiff unternahm am 1. Mai 1858 seine Jungfernreise von Hamburg nach New York und war auf ihrem erst dritten Turn, als am 13. September des selben Jahres südlich von Neufundland die Routinearbeit des Desinfizierens durch Ausräuchern begann. Dabei kippte ein Eimer mit brennendem Teer um und das Feuer fraß sich schnell in die Passagierräume und in den Maschinenraum. Der Kapitän wurde durch eine der vielen Explosionen über Bord geschleudert. Von den 538 Menschen an Bord überlebten nur 89 im einzigen Rettungsboot, das zu Wasser gelassen werden konnte. (Nach Arnold Kludas: Geschichte der deutschen Passagierschifffahrt)

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