Der erste Valentinsgruß

14. Februar

Manche Idee brauchen etwas Zeit, bis sie sich durchsetzen – so auch der Brauch, an einem bestimmten Tag des Jahres ein Briefchen und einen Blumengruß auszutauchen, ersatzweise Süßigkeiten, Eau de Toilette oder die eine oder andere sonstige kleinere Aufmerksamkeit. Am 14.2. 1477 soll bereits ein gewisser John Preston ein erstes Valentinstags-Liebesbekenntnis an seine Angebetete Margery Brews geschickt haben, ein Vorgang, über den weiter nicht viel mehr bekannt ist, ganz im Gegensatz zu der hübschen Geste im Jahre 1667, als der Dichter Samuel Pepys mit einem Gedicht liebevolle Worte an seine Ehefrau Elisabeth richtete und sich diese mit einem Blumenstrauß revanchierte.

Das aber erklärt noch nicht, warum eigentlich der Valentinstag Valentinstag heißt.

Und das ist eine anrührende und ziemlich traurige Geschichte, handelt sie doch von Valentin von Terni, der im dritten Jahrhundert Bischof in jener Stadt in der italienischen Provinz Umbrien war. Dieser hatte, entgegen dem ausdrücklichen Befehl von Kaiser Marcus Aurelius Claudius Gothicus, auch Claudius II., genannt, Soldaten getraut und den Neuvermählten Blumen aus seinem eigenen Garten geschenkt. Obwohl diese Ehen dem Vernehmen nach stets unter einem besonders guten Stern standen, wurde Valentin am 14. Februar 269 enthauptet. Seine Gebeine werden übriegens in der Stadtpfarrkirche St. Michael in Krumbach bei Günzburg verwahrt.

Aber dies ist bei weitem nicht der einzige Grund, dass der 14. Februar der Tag der Verliebten wurde. Schon im alten Rom feierte man den Beginn des Frühling um dem 14. oder 15. Februar herum die „Lupercalia“, zunächst mit ziemlich archaischen Opferbräuchen als Fest für den bekanntermaßen stets zu neckischen Spielchen bereiten Gott Faun, später dann auch zu Ehren der Göttin Juno, der Schützerin der Ehe. Dann strömten junge Mädchen scharenweise in ihren Tempel, um sich ein Liebesorakel abzuholen.

Im Mittelalter entstand dann irgendwann und irgendwo die später weitverbreitete Ansicht, dass genau an diesem Tag, am 14. Februar, die Vögel Hochzeit feiern, was dann wiederum zum Volkslied „Die Vogelhochzeit“ führte (Ein Vogel wollte Hochzeit machen in dem grünen Walde. Die Amsel war der Bräutigam, die Drossel war die Braute – Fiderallala Fiderallala Fiderallalalala).

Ausgelöst hat diese Legende möglicherweise der berühmte Dichter der „Canterbury Tales“, Geoffrey Chaucer, dessen Gedicht „Das Parlament der Vögel“ am 14. Februar 1383 am Hofe Richard II. erstmals vorgetragen wurde. In diesem Gedicht geht es um die alljährlich wiederkehrende Partnersuche unser gefiederten Freunde.

In Deutschland gibt es. im Gegensatz zu den angelsächsischen Ländern, noch keine sehr lange Tradition, sich am 14. Februar zu beschenken. Dieser Brauch wurde zunächst hauptsächlich in England gepflegt, wanderte dann mit aus nach Amerika und kam dann nach Ende des Zweiten Weltkrieges mit US-Soldaten in die Bundesrepublik, wo 1950 in Nürnberg der erste „Valentinsball“ gefeiert wurde. Aber erst dem unermüdliche Werbeeinsatz der Blumenhändler ist es zu verdanken, dass er als umsatzfördernder Festtag inzwischen fest etabliert ist.

Übrigens: Der Heilige Valentin, dessen Fest die Kirche bereits seit dem Jahr 350 feiert, ist nicht nur der Schutzpatron der Verliebten und der Brautleute, sondern er schützt auch vor Viehseuchen, hilft allen, die unter Gicht, Ohnmachtsanfällen und Epilepsie leiden und hält seine Hand über Reisende und Bienenzüchter. Aber das ist eine andere Geschichte ...

Blätterwald
Dirndl-Fliegen
Bis zur Olympiareife wird es noch etwas dauern, aber schon heute ist das „Dirndl-Fliegen“ am Wörthersee durchaus sehenswert. Beobachten kann man das in einem Video der „Salzburger Nachrichten“. http://www.salzburg.com

Unvergessener Bolero
Es war eine Sternstunde des Sports, als die Engländer Jayne Torvill und Christopher Dean bei den Olympischen Spielen von Sarajewo ihre „Bolero“-Kür im Eistanz liefen. Es gab nur Höchstnoten. Genau war das am 14. Februar 1984.


Decksdeutsch
Mahagonipatent
Mit Mahagonipatent bezeichnet der Seebär ein wenig despektierlich Scheine für Sportsegler und Sporthochseefischer. (Nach Zienert/ Heinsius Decksdeutsch heute)


Schiffsschicksale
Hamburg
Es gab natürlich schon mehrere Schiffe mit Namen „Hamburg“. Hier ist der 1925 bei Blohm + Voss (damals noch durch „&“ verbunden) Hapag-Dampfer gemeint, der zur berühmten Albert-Ballin-Klasse gehörte. Er konnte 1579 Passagiere mitnehmen und wurde 1933 verlängert, auf die Zahl der Passagiere hatte das aber kaum Auswirkung. Seit Beginn des 2. Weltkriegs wurde das Schiff als Wohnschiff der Kriegsmarine eingesetzt und sank nach zwei Minentreffern vor Saßnitz. 1950 wurde die „Hamburg“ von den Sowjets gehoben, repariert, umgebaut und dann als „Yury Dolgoruky“ zum Walfangmutterschiff. 1977 wurde der Dampfer abgewrackt. (Nach Arnold Kludas: Geschichte der deutschen Passagierschifffahrt)

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