Die erste Radarfalle

15. Februar

Früher, als es noch mehr Hühner als Autos auf den Straßen gab, da musste man sich um Geschwindigkeitsbegrenzungen kaum kümmern. Seit dem 15. Februar 1959 ist das anders. Da wurde in Düsseldorf die erste Radarfalle aufgestellt. So steht es jedenfalls in zahlreichen Chroniken. Aber das genaue Datum ist umstritten. In der Düsseldorfer Polizei, die es ja eigentlich hätte wissen müssen, favorisiert man „eher 1957“. Felix Hoffmann, Vizepräsident des Deutschen Polizeimuseums in Salzkotten bei Paderborn, unterstützt dies und weiß, dass bereits 1956 das erste Radarfallengerät, das sogenannte VRG 1 der Firma Telefunken, auf der Internationalen Polizeiausstellung in Essen vorgestellt und im Januar 1957 erstmals eingesetzt wurde.

Wie auch immer, seit dem Ende der fünfziger Jahre kann kein Autofahrer mehr sicher sein, bei Geschwindigkeitsüberschreitungen nicht erwischt und gegebenenfalls bestraft zu werden. Und das nicht zu knapp: Wer beispielsweise die erlaubte Geschwindigkeit um zehn Kilometer überschreitet muss innerhalb geschlossener Ortschaften mit einem Bußgeld von 15 €, außerhalb von 10 € rechnen. Wer aber beispielsweise mit seinem PKW innerhalb einer 30 km-Zone 61 bis 70 km/h auf dem Tacho hat, bezahlt 160 € (plus saftige 23,50 € Gebühren) und kassiert drei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot.

Die „Bußgeldhöchststrafe“ liegt derzeit bei 680 €, vier Punkten in Flensburg und drei Monaten Fahrverbot. Dafür muss man aber auch immerhin mehr als 70 km/h schneller fahren als erlaubt. Dabei werden lediglich Toleranzwerte von drei km/h bis 100 Kilometer und ab 101 km/h drei Prozent wegen möglicherweise ungenauer Tachometer-Anzeige akzeptiert.

Obwohl erwiesen ist, dass überhöhte Geschwindigkeit für jeden zweiten tödlichen Verkehrsunfall verantwortlich ist, werden die polizeilichen Gegenmaßnahmen häufig als „Abzocke“ diskriminiert, mit der die chronisch leeren kommunalen Kassen aufgefüllt werden sollen. Das ist aber nicht der Fall, da mit den Bußgeldern in der Regel lediglich die Kosten gedeckt werden.

Angesichts der Tatsache, dass es statistisch gesehen alle fünf Sekunden irgendwo auf Deutschlands Straßen blitzt, gibt es natürlich einen großen Markt für Geräte, mit denen Radarfallen ausgestricktst werden sollen. Sie sind jedoch in den meisten Fällen unwirksam, in jedem Fall aber illegal. Außerdem versuchen „Heimwerker“ immer wieder mit Hilfe von selbstklebenden durchsichtigen Folien oder durch Ansprühen des Kennzeichens mit Fixiermitteln, Klarlack oder Haarspray den Blitz des Überwachungsgerätes zu reflektieren.

Das funktioniert aber nicht sehr gut, da die Kennzeichen wie Katzenaugen selbst reflektieren. Und selbstverständlich ist dies genauso verboten wie das Verändern des Kennzeichens oder auch sogenannte Gegenblitzanlagen. Geldstrafen, in besonderen Fällen sogar Freiheitsentzug sowie sechs Punkte in Flensburg sind dann fällig, sogar, wenn man ein entsprechend manipuliertes Fahrzeug auch nur schiebt.

Geräte, die den Autofahrer vor Blitzanlagen akustisch warnen, darf man zwar kaufen und besitzen, aber nicht „betriebsbereit mitführen“. Hält man sich nicht daran, wird das Gerät von der Polizei eingezogen und vernichtet. Noch nicht entgültig entschieden ist, ob dies auch für Navigationsgeräte gilt, die mit entsprechender Software ausgerüstet sind. Der Gebrauch ist jedenfalls illegal.

Stark umstritten ist der „Verrat“ von Blitzer-Standorten im Radio. Einerseits hat dies natürlich eine feststellbare Wirkung auf das Verhalten der Autofahrer an den genannten Stellen, andererseits fanden Unfallforscher heraus, dass häufig schon nach rund 300 Metern hinter einer Kontrollstelle wieder ungehemmt gerast wird. Im Übrigen wird in Deutschland (nicht in Österreich) als Ordnungswidrigkeit verfolgt, wenn mit Hilfe der Lichthupe der Gegenverkehr gewarnt wird.

Auch die paradiesischen Zeiten, in denen Motorradfahrer völlig ungeschoren durch Radarfallen sausen konnten, nähern sich ihrem Ende. Während noch vor kurzem lediglich die vorderen Kennzeichen von Blitzgeräten erfasst wurden, diese aber bei Motorrädern bekanntlich hinten montiert sind, gibt es neue Geräte, die den Verkehrssünder auch von hinten erfassen. Dennoch haben „Straßencowboys“ gute Chancen davonzukommen, da in Deutschland nicht der Halter eines Fahrzeugs belangt wird, sondern ganz konkret der Fahrer. Und der ist nach wie vor bei Integralhelmen mit getöntem Visier nur äußerst schwierig zu ermitteln ...


Der Mann, der „Ben Hur“ schrieb
Er hinterließ nur eine Spur, der amerikanische General, Politiker und Schriftsteller Lew Wallace. Die allerdings ist ziemlich breit, denn er schrieb „Ben Hur“, uns eher durch den Film mit Charlton Heston bekannt, im 19. Jahrhundert aber das nach der Bibel meistgedruckte Werk der Welt. Wallace, der übrigens auch Billy the Kid jagte, starb am 15. Februar 1905.


Blätterwald
Deutsch ist out. Und genau mit diesen drei Worten ist das Problem schon beschrieben, denn heute wird Englisch gesprochen – weltweit, in Deutschland und natürlich auch in unseren Nachbarstaaten. Die „Prager Zeitung“ berichtet, dass in Tschechien die meisten Menschen noch bis zur Jahrtausendwende auch und vor allem wegen der k.u.k.-Vergangenheit verbreitet „die Sprache von Goethe und Schiller“ beherrschten, seit 2000 sei dies aber vorbei, obwohl die meisten ausländischen Firmen in Tschechien aus Deutschland oder aus Österreich kämen. Aber auch dort kommuniziere man englisch. Das Blatt zitierte das „Institut für Information“, das ermittelt hat, dass 2003/2004 noch 218 000 Grundschüler Deutsch lernen wollten, während es im vergangenen Jahr nur noch 117 000 waren. http://www.pragerzeitung.cz/

Blätterwald
Die größten Dramen schreibt halt doch das Leben, manchmal mit Hilfe deutscher Behörden. So berichtet die „Mittelbayerische Zeitung“ über einen fast 70jährigen Mann, der seine krebskranke Frau, mit der er 40 Jahre lang glücklich verheiratet ist, besuchen wollte – und in Handschellen abgeführt wurde. Das kam so: Der Mann, ein gebürtiger Serbe, war kein unbeschriebenes Blatt. Er war schon mehrfach wegen kleinerer Delikte verurteilt worden und Mitte letzten Jahres nach Verbüßung einer Haftstrafe abgeschoben worden. Kurz darauf war er wieder da, um seiner Frau, der ein Lungenflügel entfernt werden musste, beizustehen. Dazu brauchte er einen gefälschten Pass und um die Fälscher bezahlen zu können, eröffnete er mit diesem Pass ein Konto mit EC-Karte. Damit ging er in Ostbayern shoppen – angeblich, um mit der Ware, Designer-Sonnenbrillen und ein Diamantring, die Fälscher bezahlen zu können. Der Mann gab an, er habe zuvor einen Besuchsantrag gestellt, was aber vom Ausländeramt abgelehnt wurde, also habe er sich selbst helfen müssen. Jetzt wurde er in Regensburg zu zwei Jahren Haft verurteilt und in Handschellen abgeführt. http://www.mittelbayerische.de

Decksdeutsch
Nachthaus
Unter Nachthaus versteht der Seemann einen Aufsatz auf dem Kompass zum Beleuchten der Kompassrose (Nach Zienert/ Heinsius Decksdeutsch heute)


Schiffsschicksale
Saxonia
Nach 15 erfolgreichen Jahren im Auswandererdienst zwischen Hamburg und New York wartete auf den Hapag-Dampfer „Saxonia“ 1873 eine neue Aufgabe: Sie übernahm den Westindien-Dienst. 1878 wurde das Schiff an die Russische Freiwillige Flotte in St. Petersburg verkauft, für die sie als „Nijni Nowgorod“ fuhr. 1891 wurde die „Saxonia“ an Ratner in Odessa verkauft und 1895 abgewrackt. (Nach Arnold Kludas: Geschichte der deutschen Passagierschifffahrt)

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