Die erste Wetterkarte

19. Februar

Der Titel seiner wöchentlichen Zeitschrift ist zwar nicht so richtig merkfähig, aber Ideen hatte er, der Londoner John Houghton. Denn in seinem Wochenblatt „Collection of letters for the improvement of husbandry and trade“ („Sammlung von Artikeln für den Fortschritt von Landwirtschaft und Handel“) druckte er nicht nur am 19. Juli 1695 die erste Heiratsanzeige aller Zeiten (in der ein „gutsituierter Gentleman von etwa 30“ eine „Gentlewoman mit mindestens 3000 Pfund Vermögen“ suchte), sondern er schuf bereits mehr als drei Jahre zuvor einen neuen Beruf, nämlich den Medien-Wetterfrosch, von dem gerade heute eine Menge Leute sehr gut leben. Kurz: In „John Hougton’s Collection of letter for the improvement of husbandry and trade” erschien am 14. Mai 1692 die erste Wetterkarte.

Hougton hatte sich etwas einfallen lassen müssen, denn schon 1681 hatte er erstmals seine Zeitschrift herausgebracht, aber nur zwei Jahre durchgehalten. Ab 23. März 1692 unternahm er einen neuen Anlauf und war sehr viel erfolgreicher, so dass die „Collection“ immerhin mehr als elf Jahre regelmäßig erscheinen konnte, bis sie am 24. September 1703 endgültig eingestellt werden musste. Houghton starb zwei Jahre später im Alter von 65 Jahren.

Houghton’s „Wetterkarte“ kann man natürlich nicht mit heute gewohnten vergleichen, er druckte lediglich eine wöchentliche Tabelle über Luftdruck und Windstärke und die dazu passenden Daten des Vorjahres ab und überließ dem geneigten Leser, seine eigenen Schlüsse daraus zu ziehen, denn die Meteorologie und damit die Kunst, das Wetter (einigermaßen) richtig vorherzusagen, waren noch nicht einmal erfunden. Das war erst möglich, indem die dazu nötigen Daten per Telegrafie übermittelt und dann zentral ausgewertet werden konnten, aber es war ein Anfang.

Erst fast 150 Jahre nach der Pioniertat des Londoner Zeitungsmachers, genau am 19. Februar 1855, stellte Urbain Le Verrier, Direktor des Pariser Observatorium der Akademie der Wissenschaften in der französischen Hauptstadt seine Idee vor, durch die Sammlung und Bewertung von telegrafisch übermittelten Daten aus möglichst vielen Wetterstationen, Wind, Sonne, Wolken, Regen und Tagestemperatur vorhersehbar zu machen und machte damit den Anfang eines internationalen Wetterdienstes.

Der Anlass für dies auf den ersten Blick friedvolle Ereignis war – man ahnt es schon – ein Krieg. Nur ein gutes Vierteljahr zuvor hatte ein Orkan eine französisch-englisch-türkische Flotte im Krimkrieg völlig vernichtet, was den französischen Kaiser Napoleon III. so auf die Palme brachte, dass er seinen Oberastronomen einschaltete, der diese Aufgabe dann auch mit Bravour bewältigte.

Heute sind es mehr als zehntausend Messstationen in aller Welt, die die Daten für groß- und kleinräumige Wetterprognosen liefern, hinzu kommen noch alle Verkehrsflugzeuge, die automatisch alle fünf Minuten Wetterdaten versenden, Schiffe, Messbojen, Ballons und Wettersatelliten.

Das alles stand John Houghton und seinen Farmern, denen er mit seinen Angaben zum Wetter ein wenig Entscheidungshilfe geben wollte, natürlich noch nicht zur Verfügung, so dass neben Luftdruck und Windstärke vor allem die guten alten Bauernregeln herhalten mussten, die übrigens auch heute noch eine gewisse Bedeutung haben.

Aus der Beobachtung von Tieren und Pflanzen lassen sich nämlich in der Tat verlässliche Informationen gewinnen, wie sich das Wetter kurzfristig entwickelt. Die berühmten tieffliegenden Schwalben oder die Kuh, die angesichts eines drohenden Gewitters wie verrückt mit dem Schwanz schlägt, sind allerdings nicht besonders wetterfühlig, sondern ihr Verhalten hat biologische Ursachen. Bei den Schwalben sind es die Mücken, die sich bei Wind oder schlechterem Wetter in Richtung Boden verziehen und bei den Kühen sind es Stechmücken oder Bremsen, die bei Feuchtigkeit und Hitze besonders aktiv werden und die armen Rindviecher quälen. Auch der berühmte Wetterfrosch klettert bei schönem Wetter auf seiner Leiter nur nach oben, weil Insekten bei Hochdruckwetterlagen höher fliegen und er sich dadurch bessere Chancen ausrechnet, eine Fliege oder Mücke zu erwischen.

Auch die genaue Beobachtung der Flora macht durchaus Sinn, denn einige Pflanzen schließen oder öffnen tatsächlich je nach Feuchtigkeitsgehalt der Luft ihre Blüten. Alte Bauerregeln, die sich zum Teil sogar in der Bibel finden, sind also ziemlich verlässlich. Ein roter Abendhimmel verspricht in der Tat einen schönen Tag und bei Morgenrot muss man mit Unwetter rechnen. Und das mit dem Hahn auf dem Mist, der verkündet, dass sich das Wetter ändert oder auch nicht, klappt sowieso immer ...


Das Gold-Jörgli
Für den armen Kuhhirten aus dem Schwarzwald war es ohnehin schon die Krönung seines Lebens, im fernen Amerika, in einem schicken Wintersportort namens Squaw Valley, gewesen zu sein, für Deutschland von der Schanze zu springen und durch die Loipe zu flitzen. Das Abenteuer begann am 19. Februar 1960. Zunächst der Sprung: 69 Meter, neuer Schanzenrekord. Aber das war noch keine Sensation, denn Georg Thoma galt immer schon als exzellenter Springer, ein Talent, das auch sein Neffe Dieter Thoma später bewies. Doch zur Nordischen Kombination, der Königsdisziplin des nordischen Skisport gehört nun einmal auch das Laufen, Und das war nicht sein Ding.
Die anderen saßen ihm im Nacken. Selbst „Jörgli“ rechnete nicht damit, den Vorsprung halten zu können. Doch irgendwie schaffte er es. Georg Thoma aus Hinterzarten war der erste Mitteleuropäer, der in dieser bis dahin rein norwegischen Domäne die Goldmedaille holte. Es veränderte sein Leben. „Da gewinnst du als kleiner Schwarzwaldbub die Goldmedaille in Amerika und zu Hause stehen 25 000 Menschen im Dorf, um dich zu begrüßen. Ich war plötzlich ein bekannter Mann. Sie müssen verstehen: Ich komme aus dem Wald. Da spricht man mit Tieren und Pflanzen - auch mit denen nur wenig ...“, sagte er später einmal. Trotz des Rummels, seiner Wahl zum Sportler des Jahres, dem Gewinn der Holmenkollen-Medaille und auch, als er 1966 Weltmeister wurde – Georg Thoma blieb immer bescheiden. Er arbeitete als Postbote, Holzfäller, Skilehrer und Versicherungsagent und wurde Ehrenbürger und Pate des Skimuseums in seinem Heimatort. Geboren wurde er am 20. August 1937.

Blätterwald
Stehstreik mit Rollator
Die Frau mit dem Rollator ärgerte sich darüber, dass ein Autofahrer mitten in Aachen wegen eines Rückstaus den Weg über den Zebrastreifen blockierte. Der fuhr zwar sofort zurück, aber statt jetzt den nunmehr freien Weg zu nutzen, blieb die Frau mit ihrem Rollator einfach auf dem Zebrastreifen stehen. Wütende Hupkonzerte und empörte Zurufe nützten nichts. Die 52jährige rührte sich nicht von der Stelle – mehr als eine halbe Stunde lang. Dann gelang es Polizisten, die Frau zu überreden, ihren „Stehstreik“ zu beenden. Auf sie wartet jetzt eine Anzeige wegen Nötigung, berichten die „Aachener Nachrichten“. http://www.az-web.de/lokales/aachen-detail-az/1212064?_wo=Lokales:Aachen&_link=&skip=20&_g=Stehstreik-Frau-mit-Rollator-legt-Berufsverkehr-lahm.html

Decksdeutsch
Rah oder Raa
Rah ist ein querschiffs an einem Mast befestigtes Rundholz zum Anbringen der Segel (Nach Zienert/ Heinsius Decksdeutsch heute)


Schiffschicksale
Vaterland
Ja, so ein Schicksal gibt es auch für Schiffe – wenn ein Krieg dazwischenkommt. Als die „Vaterland“ am 24. August 1940 bei Blohm & Voss in Hamburg vom Stapel lief, da ahnten nur die ganz Hellsichtigen, dass der mehr als 250 Meter lange Ozeanriesen niemals auch nur einen der vorgesehenen fast 1900 Passagiere transportieren würde. Das Schiff wurde sofort aufgelegt und diente dann als Holzlager. 1943 brannte der unvollendete Rumpf aus und wurde 1948 abgewrackt (Nach Arnold Kludas: Geschichte der deutschen Passagierschifffahrt)

Keine Kommentare: