Film mit Pfiff: Die Brücke am Kwai

21. Februar

Als am 21. Februar 1958 „Die Brücke am Kwai“ in die deutschen Kinos kam, da war dies zugleich ein weiterer Meilenstein für den Welterfolg einer Melodie, die bald nicht nur alle Spatzen von den Dächern pfiffen. Dabei war das Liedchen alles andere als neu.

Zwölf Jahre war er da nämlich schon tot, der britische Militärmusiker und Komponist Frederick Joseph Ricketts, besser bekannt unter seinem Pseudonym Kenneth J. Alford, als sein schon 1914 geschriebenes Stück „Colonel Bogeys March“ weltberühmt wurde. Die Initialzündung gab die Uraufführung der „Brücke am Kwai“ am 18. Dezember 1957 in New York, in dem englische Soldaten die Melodie immer und immer wieder pfiffen.

„Colonel Bogeys March“ ist bis heute ein Ohrwurm, der sich in zahlreichen Sprachen durchsetzte (in der Schweiz beispielsweise mit dem Text “Frölein, heit dir mis Hündli gseh?“ – Fräulein, haben Sie mein Hündchen gesehen? – oder in der deutschen Fernsehwerbung mit „Komm doch mit auf den Underberg“). Der Lohn: Ein Oscar für Filmmusik.

Es blieb nicht der einzige für „Die Brücke am Kwai“. Sam Spiegel erhielt einen als bester Produzent, David Lean als bester Regisseur, Alec Guinness als bester Hauptdarsteller und außerdem gab es einen „Academy Award“ noch für das beste adaptierte Drehbuch, die beste Kamera und den besten Schnitt.

In der „Brücke am Kwai“ geht es um ein Bataillon englischer Soldaten in japanischer Kriegsgefangenschaft, die eine hölzerne Brücke bauen sollen. Ihr arroganter, starrsinniger und sturer Kommandant, gespielt von dem brillanten Alec Guinness, will sich und seine Offiziere nicht einer solchen „Sklavenarbeit“ unterwerfen und beruft sich auf die Genfer Konvention, die allerdings von Japan nicht unterzeichnet wurde. Oberst Nicholson besteht aber darauf und lässt sich auch durch Folter nicht von seiner Meinung abbringen.

Als er sich schließlich durchsetzt, entwickelt er den Ehrgeiz, den Japanern zu zeigen, was eine Harke ist, was britischer Erfindungsgeist zu leisten imstande und wie schier unüberwindlich die militärische Disziplin der „Royal Army“ ist. Dass er dadurch zum Kollaborateur und Verräter wird, nimmt er in Kauf. Als er am Ende des Films tödlich getroffen auf den Hebel fällt, mit dem eine Sprengladung ausgelöst wird, die eine englische Pioniereinheit zuvor gelegt hatte und damit die Brücke, die er als sein Meisterwerk betrachtet, in die Luft sprengt, kommentiert er dies mit den Worten: „Wahnsinn, Wahnsinn“.

Dafür gab es natürlich auch eine Menge Kritik, denn nicht jeder erkannte auf Anhieb die Ironie der ganzen Geschichte, die die Sinnlosigkeit des Krieges geißelt und vorführt, zu welch absurden Ergebnissen unbedingte militärische Pflichterfüllung führen kann.

Der französische Schriftsteller Pierre Boulle, dessen Roman „Le Pont de la Riviere Kwai“ die Vorlage für das Drehbuch lieferte, wusste, wovon er schrieb. Er kämpfte selbst während des Zweiten Weltkriegs in China, Birma und Indonesien, wo er dann auch in Kriegsgefangenschaft geriet. Um in der Hölle des Lagers überleben zu können, besorgte er sich Schreibzeug und schrieb seine Erlebnisse auf. Schließlich gelang ihm die Flucht aus der Hölle der Gefangenschaft.
Boulle schrieb übrigens noch einen Roman, der erfolgreich verfilmt wurde und heute wie „Die Brücke am Kwai“ zu den großen Klassikern der Kino-Geschichte gehört: „Planet der Affen“.

Für den englischen Regisseur David Lean bedeutete „Die Brücke am Kwai“ den Beginn seines Weltruhms. Er hatte zuvor eher leise Kammerspiele gedreht, jetzt startete er großen Epen, in denen Menschen vergeblich versuchen, in das Rad der Geschichte einzugreifen. Lean drehte auch „Lawrence von Arabien“ und „Doktor Schiwago“ und markierte damit weitere Block-Buster der Film-Historie.


Mit Alka Seltzer gegen Kater !?!
Es ist einfach schön, wenn der Schmerz nachlässt. Und genau deshalb greift seit inzwischen fast 89 Jahren manch einer nach einer weißen Tablette, wirft sie in ein Glas mit Wasser, wartet, bis sich der Schaum legt und hofft dann auf ein Wunder, dass jenes Untier mit Namen Kater endlich verschwindet. Das scheint erstaunlich oft der Fall zu sein, denn seit dem 21. Februar 1931 ist Alka Seltzer auf dem Markt und lässt seine anscheinend magischen Kräfte spielen.

Dabei ist das Mittel, das Dr. Franklin Miles den Mitarbeitern in seinem Laboratorium in Elkhart im US-Bundesstaat Indiana schon 1928 während einer Grippe-Epidemie verordnete, an Schlichtheit kaum zu übertreffen. Es besteht nämlich aus Acetylsalicylsäure und Natriumbicarbonat, das erste ein schon seinerzeit durch Aspirin bekannter Wirkstoff (dies wurde schon 1898 durch Bayer in Deutschland zum Patent angemeldet), das zweite ist Speisesoda. Später kam dann noch Zitronensäure hinzu.

Alka Seltzer ist ein Kunstwort, gebildet aus „alkalisch“ und „Seltzer water“, wie das Selterswasser in den USA genannt wird. Patentrechtliche Probleme mit den deutschen Aspirin-Erfindern musste man damals nicht befürchten, da Bayer alle Rechte für den nordamerikanischen Kontinent als Kriegsbeute nach dem Ersten Weltkrieg abgeben musste. Das wurde Ende der 70er Jahre korrigiert, als Bayer Miles Laboratories aufkaufte.

Bei aller Euphorie, wenn nach Einnahme von Alka Seltzer oder Aspirin die Kopfschmerzen wie von Zauberhand verschwinden, ganz unbedenklich ist das alles nicht. Es kann Magen- und Darmprobleme verursachen oder verstärken, Tinnitus auslösen (Dauerton in Ohr) oder zu Gichtanfällen führen.

Bei einem Kater (wohl in Urzeiten einmal von Studenten als Abwandlung für das Wort „Katarrh“ entstanden) handelt es sich um die Folgen der Austrocknung des Körpers, weil Alkohol zu übermäßiger Ausscheidung von Urin führt (dadurch die Kopfschmerzen), weil er außerdem Vitamine (vor allem C und B1) und Mineralien (Magnesium, Kalzium, Natrium) ausschwemmt und weil er zur Veränderung von Biomolekülen im Körper führt, was durch den Abbau von im Alkohol enthaltenen Stoffen geschieht.


Decksdeutsch
Taifun
Natürlich weiß jeder, was ein Taifun ist, der Seemann allerdings versteht darunter auch einen gepflegten Vollrausch (Nach Zienert/ Heinsius Decksdeutsch heute)


Schiffschicksale
Capua und Salerno
Manchmal gibt es auch bei Schiffen seltsame Zufälle: So liefen die beiden der Hamburger Union-Reederei gehörenden Dampfer „Capua“ und „Salerno“ 1889 innerhalb weniger Monate bei derselben Werft (Stephen in Glasgow) vom Stapel, sie fuhren dieselbe Strecke von Hamburg an die amerikanische Ostküste, sie wurden beide 1901 an die Reederei Sloman verkauft und sie verschwanden beide spurlos - die „Capua“ am 3. Dezember 1909 in der Nordsee und die „Salerno“ am 10. November 1905 im Atlantik. (Nach Arnold Kludas: Geschichte der deutschen Passagierschifffahrt)

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