Trauriger Komiker

23. Februar

Richtig lustig war es nicht, das Leben des Stan Laurel, trotz all der Erfolge zusammen mit seinem Partner Oliver Hardy als „Stan und Ollie“, oder im deutschsprachigen Raum als „Dick und Doof“. Schon bei seiner Geburt als Arthur Stanley Jeffersen in Ulverston im Nordwesten Englands am 16. Juni 1890 fürchteten seine Eltern, dass der Kleine nicht durchkommen würde. Sie ließen ihn am nächsten Tag vorsichtshalber taufen.

Die Rolle des mitleiderregend naiven Trottels „Doof“, dem alles misslingt, obwohl, oder gerade weil er stets um die Anerkennung seines genervten, aber trotz aller aufgesetzter Souveränität tollpatschigen Freundes „Dick“ buhlt, schrieb sich Stan Laurel meist selbst auf den Leib. Aber er mochte sie eigentlich nicht. Sein weltberühmtes „Weingesicht“ beispielsweise empfand der Komiker als äußerst erniedrigend, aber er musste es immer wieder zeigen, weil das Publikum es so wollte.

Auch das Verhältnis des sensiblen Engländers Stan zu dem handfesten US-Südstaatler Oliver Hardy war, zunächst jedenfalls, auf das Geschäftliche reduziert. Oliver interessierte sich kaum für seine Arbeit, der gelernte Opernsänger liebte alles, was mit Sport zu tun hatte, während Stan liebevoll an seinen Filmen herumschnippelte und "auch nach der Arbeit arbeitete", wie er einmal sagte. Erst nach dem Ende der Filmkarriere Anfang der 50er Jahre, als die beiden auf Tournee gingen, lernten sie sich besser kennen und wurden Freunde, schließlich war, „Babe“, so nannte Stan seinen Partner Ollie nach dessen ursprünglichem Künstlernamen, „wie ein Bruder“.

Oliver Hardys Tod im Alter von 65 Jahren im Sommer 1957 traf Stan Laurel tief, so tief, dass er nicht an der Beerdigung teilnahm. Er meinte zwar später leichthin, er sei nur nicht hingegangen, weil er sicher wieder Witze gemacht hätte, die „Babe“ zwar verstanden hätte, die anderen aber nicht, aber das war Fassade. Stan Laurel verfiel in tiefe Depressionen, wie schon zuvor 1930, als sein einziger Sohn nur neun Tage nach der Geburt starb oder drei Jahre später, nach dem Tod seines jüngsten Bruder Edward, der bei einem Zahnarzt-Besuch einen Herzinfarkt erlitt. Stan hatte danach erhebliche Alkoholprobleme.

Auch mit den Frauen hatte es Stan Laurel nicht leicht. Insgesamt heiratete er fünfmal, zweimal dieselbe Frau, die einzige Tochter stammt aus der ersten Ehe. Außerdem hatte er sein Leben lang ein sehr enges Verhältnis zu der australischen Tänzerin Mae Charlotte Dahlberg, die aber verheiratet war und deren Mann sich nicht scheiden lassen wollte. Sie nannten sich beide mit Künstlernamen Laurel (Lorbeer).

Stan Laurels Karriere begann als Zweitbesetzung von Charlie Chaplin, mit dem er zeitweise sogar das Hotelzimmer teilte, ein Anfang, der alles andere als leicht war. 1926 traf er erstmals Oliver Hardy. Sie drehten zusammen einen Film, gingen dann aber zunächst eigene Wege, bis 1928 der erste Streifen gedreht wurde, in dem die beiden Star-Status genossen.

Der aufkommende Tonfilm war für Stan und Ollie, im Gegensatz zu vielen anderen Stummfilm-Slapstick-Protagonisten, kein Hindernis - im Gegenteil, Hardys breiter Georgia-Akzent und Laurels feines Oxford-Englisch gaben den Filmen in der Originalfassung zusätzliche Würze.

Gemeinsam drehten Stan und Ollie 106 Filme, wobei ausgerechnet der letzte (Atoll K) der mit Abstand schlechteste war. Stan Laurel erhielt 1961 einen Ehrenoscar für seine „Pionierarbeit auf dem Feld der Comedy“. Er starb am 23. Februar 1965 an einem Herzinfarkt, nachdem er zuvor geäußert hatte: „Wenn einer von euch auf meiner Beerdigung weint, rede ich kein Wort mehr mit ihm“.

Europas erster Märchenerzähler
Was könnte deutscher sein als Aschenbrödel, Schneewittchen, der Froschkönig oder Rapunzel und was französischer als „Die Schöne und das Biest“? Das ist aber weit gefehlt. All diese Geschichten erzählte nämlich schon der Napolitaner Giambattista Basile, der bereits am 23.2. 1632 (!!!) starb. Er gilt als der erste Märchenerzähler Europas.


Decksdeutsch
Verholen
Der Seemann verholt ein Schiff wenn es meist mit Hilfe eines Schleppers an einen anderen Liegeplatz gebracht wird. Er kann damit allerdings auch meinen, dass sich ein Kumpel vor der Arbeit drückt. (Nach Zienert/ Heinsius Decksdeutsch heute)


Schiffschicksale
Bayern
Mit der „Bayern“ begann die Hapag 1921 ihren Nordatlantik-Passagierdienst von Hamburg nach New York. Das bei Vulcan in Vegesack gebaute knapp 150 Meter lange Schiff konnte mehr als 1000 Passagiere mitnehmen. 1924 wurde die „Bayern“ für den La-Plata-Dienst umgebaut und 1936 nach Dünkirchen verkauft und lief danach unter französischer Flagge und unter dem Namen „Sontay“. Von 1940 bis 1945 war sie Teil der englischen Flotte, danach fuhr sie von 1955 bis 1959, als sie in Japan abgewrackt wurde als „Sunlock“ unter der Flagge Panamas. (Nach Arnold Kludas: Geschichte der deutschen Passagierschifffahrt)

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