American means big!

3. März


Jedes normale Denkmal kann stehen, wo es will - dieses nicht. Denn es musste aus dem Fels geschlagen und gesprengt werden. Vier Köpfe amerikanischer Präsidenten, mehr als 20 Meter hoch, gigantische Belege für eine Binsen-Weisheit: „American means big“ ("Amerikanisch, heißt groß sein!“). Dies war gleichzeitig der Wahlspruch eines gewissen Gutzon Borglum, der in 14 Jahre andauernder unermüdlicher Arbeit die Köpfe George Washingtons, Thomas Jeffersons, Abraham Lincolns und Theodore Roosevelts aus dem Gestein der Black Mountains im US-Bundesstaat South Dakota wachsen ließ.

Am 3. März 1925 gab der Congress Grünes Licht, aber fertig wurde das gigantische Präsidentendenkmal erst 1941, als am 1. November das „Mount Rushmore National Museum“ eingeweiht wurde. John Gutzon de la Mothe Borglum erlebte es nicht mehr, dass seine Büsten enthüllt wurden, was ausgesprochen traurig war, denn wie hatte er um die Realisierung seines Traumes gekämpft! Dabei war es eigentlich gar nicht seine Idee, sondern die eines Historikers namens Doane Robinson, der sich vorgestellt hatte, große Amerikaner für alle Zeiten in Stein zu hauen. Er dachte allerdings eher an Indianerhäuptlinge und Entdecker als an Präsidenten, aber Borglum setzte sich schließlich durch, indem er die vier Präsidenten wählte, die nach seiner Meinung am meisten „Gründung, Etablierung und kontinentale Ausbreitung der Vereinigten Staaten“ ausdrückten.

Die wenigsten Schwierigkeiten hatte Borglum mit Abraham Lincoln, den hatte er bereits schon einmal darstellt. Borglums übergroße Lincoln-Büste steht im US-Capitol. Technisch war die Arbeit äußerst schwierig, da man ja kein Material hinzufügen konnte und jede Unachtsamkeit bei den Sprengungen das ganze Kunstwerk zerstören würde. Borglum stellte deshalb zunächst fünf Meter große Gipsmodelle her, die er mit Hilfe eines eigens für diesen Zweck erfundenen Vermessungsgerätes in die Originalgröße umsetzte.

Von 1925 über 1927, als Präsident Calvin Coolidge seinen Segen gab bis 1941 ist eine lange Zeit, vor allem in einem Land, in dem alles besser jetzt als gleich passieren muss. Aber es waren 16 schwere Jahre, in denen teure Träume nur schwer umzusetzen waren. Die USA litten unter einer der härtesten Wirtschaftskrisen ihrer Geschichte, es war noch nicht einmal genügend Geld da, um die Armen satt zu machen und da wollte dieser Borglum in der Mitte von Nirgendwo eine derart spinnerte Idee wahr machen. Immer wieder musste der Bildhauer um Geld betteln gehen, aber irgendwie schaffte er es, Regierungsmitglieder und Abgeordnete so zu überzeugen, dass sie Geld locker machten.

Heute gehört das Nationalmuseum Mount Rushmore zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der USA, rund zwei Millionen Menschen kommen Jahr für Jahr in diesen äußerst entlegenen Teil Amerikas, um sich selbst den Ort anzusehen, auf dem sich 1959 Cary Grant und James Mason in dem Hitchcock-Thriller „Der unsichtbare Dritte“ einen atemberaubenden Showdown lieferten.

Ansonsten hat South Dakota nicht viel zu bieten. Viehzucht und Mais, ungeheuer kalte Winter, heiße Sommer und eine Hauptstadt, von der selbst die meisten Amerikaner noch nie etwas gehört haben: Pierre.Und dennoch ist Mount Rushmore nicht die einzige Eintragung South Dakotas in das Geschichtsbuch der USA. Denn dort, in den Black Hills, gab es Ende des 19. Jahrhunderts den letzten großen Goldrush, der Ort Deadwood wurde noch einmal zu einer jener legendären Lasterhöhlen, die so charakteristisch für die amerikanische Pionierzeit war.

Nicht weit entfernt von Mount Rushmore schließlich liegt noch ein historischer Ort: Dort, am Wounded Knee, lieferten sich die US-Armee und eine Handvoll Sioux das letzte große Gefecht der Indianerkriege. 29 Soldaten starben, 149 Indianer wurden von den Maschinengewehren der Army niedergemäht, die meisten Frauen und Kinder. Und wer nicht sofort starb, verhungerte oder erfror, denn der Dezember jenes Jahres 1890 war bitterkalt. 1973 geriet der kleine Ort im Pine-Ridge-Reservat noch einmal in die Schlagzeilen: Wütende Krieger nahmen Geiseln und forderten die Errichtung eines unabhängigen Sioux-Staates. Nach ein paar Wochen mussten sie aufgeben. Aber das ist eine andere Geschichte ...


Der erste poetische Western
Es war ein Meilenstein der Filmgeschichte, dieser Streifen „Stagecoach“ oder auch „Höllenfahrt nach Santa Fé“ oder auch „Ringo“, denn John Ford drehte damit den ersten poetischen Western überhaupt. Gleichzeitig war es der Durchbruch für Western-Ikone John Wayne. Am 3. März 1939 hatte der Film Premiere. Er kam erst 1950 nach Deutschland.


Blätterwald
Hitchcock in Ostfriesland
Der Altmeister des Gruselfilms hätte seine helle Freude, denn wie in dem Klassiker „Die Vögel“ überfallen Hunderte Krähen die Landvolkshochschule im idyllischen Dörfchen Potshausen im südlichen Ostfriesland – und es werden immer mehr. 400 sind es jetzt, die, wie der „Generalanzeiger“ schreibt, „krächzten und nach Leibeskräften kacken, und die dringend benötigten Seminarteilnehmer vergraulen“. Jetzt erlaubte die Verwaltung „Klapper- und Knallgeräte“ sowie Laserstrahler. Der Erfolg ist ungewiss. http://www.ga-online.de/?id=540&did=25924

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