Der erste Soziologe

17. März


Warum altern Kulturen, wann sterben sie und was folgt ihnen nach? Niccolò Machiavelli hat darüber nachgedacht und Oswald Spengler in seinem umstrittenen und ideologisch missbrauchten „Untergang des Abendlandes“. Sie hatten einen Vorgänger: Im Sommer des Jahres 1377 schrieb ein gewisser Abd ar-Rahman Ibn Chaldun die wichtigsten Teile seiner „Weltgeschichte“ und findet darin Worte von erstaunlicher (und erschreckender) Aktualität. Wohlleben, Überfluss, Luxus und Bequemlichkeit sind nach Meinung des arabischen Gelehrten die Wurzeln des Verfalls von Kulturen.

Je mehr die „Rauheit des ländlichen Lebens“ verschwinde, um so schwächer würden Gemeinschaftssinn und Tapferkeit, meint Ibn Chaldun. Kinder und Nachkommen seien „zu hochmütig, sich selbst zu bedienen und für ihre Bedürfnisse zu sorgen und sie sind zu stolz, die übrigen Dinge zu tun, die in der menschlichen Gemeinschaft zwingend notwendig sind, so dass es schließlich bei ihnen zu einer Charaktereigenschaft und Naturanlage wird“. Dadurch verschwinde ihre „Asabijja“ und ihre Tapferkeit, die schließlich zum Zusammenbruch führe. „Sie lassen den Zusammenbruch geschehen, und im Maße ihres Luxus und Wohllebens nähern sie sich dem Untergang. Wenn die Asabijja zusammenbricht, ist der Stamm oder das Volk nicht mehr fähig zu Verteidigung und Schutz, ganz zu schweigen von Eroberungen; und die anderen Völker verschlingen sie.“

„Asabijja“ ist der Zentralbegriff in Ibn Chalduns Werk, ein schwer zu übersetzendes Wort. Der Historiker Hellmut Diwald definiert es in „Die großen Ereignisse“ so: „Gemeint ist ein starker innerer Zusammenhalt, die Selbstsicherheit in der Einbindung eines Stammes, Volkes oder Staates, eines Gemeinwesens oder einer Gesellschaft. Es handelt sich um eine Einbindung, die dem Einzelnen auch durch Normen die Orientierung gibt. Zugleich verhilft die Asabijja dem Gemeinwesen zu dem Willen, sich gegen alles Feindselige zu behaupten. Zur Asabijja gehören also auch kämpferische Kraft, charakterliche Überlegenheit, gehört ein Selbstwertgefühl, das durch keinerlei intellektuelle Zweifel zu beeinträchtigen ist, zu ihr gehört auch das Faktum der Übereinstimmung der Großgruppe mit jedem Einzelnen.“

Abd ar-Rahman Ibn Chaldun stammt aus einer Familie, die im maurischen Teil Spaniens ihre Wurzeln hat. Er wurde am 27. Mai 1332 in Tunis geboren, wuchs dort auf, studierte und begann eine von Wechselfällen bestimmte Karriere als Berater und Diplomat. Er verkehrte an den Höfen von Tunis und Fes, wurde eingekerkert, erhielt das Amt eines Oberrichters. 1362 ging er nach Spanien an die Seite des Sultans von Granada und als Gesandter an den Hof des spanischen Königs Pedro IV. von Aragon. Dann verschlug ihn das Schicksal nach Marokko, wo er Minister wurde. Er verstrickte sich in Machtkämpfe und landete bei dem Berberfürsten Abu Hammu, dem Herrscher von Tlemcen, einer blühenden Stadt in Algerien am Fuße des Atlasgebirges. Tlemcen, benannt nach dem Berber-Wort für „Quelle“, war eine heilige Stadt des Islam mit 64 Moscheen und ist heute noch ein wichtiges Handelszentrum im Nordwesten Algeriens.

Dieser Abu Hammu ermöglichte es Abd ar-Rahman Ibn Chaldun, vier Jahre in dem einsamen Wüstenschloss Qal’at Salima zu verbringen und dort seine „Weltgeschichte“ (Kitab al-Ibar - Das Buch der Beispiele) zu schreiben mit der berühmten „Muqaddima“, der Einleitung, in der er seine Gedanken zum Aufstieg und Fall der Völker verfasste.

Noch einmal Hellmut Diwald: „Die ‘Muqaddima’ weist ihren Verfasser nicht nur als einen überragenden Historiker und Geschichtsphilosophen aus, der bereits ein klares Bewusstsein vom Begriff der geschichtlichen Entwicklung besaß, sondern aufgrund seiner systematischen Analysen des Aufbaus verschiedenartiger Gesellschaften auch als den ersten Soziologen der Weltgeschichte.“

Abd ar-Rahman Ibn Chaldun ging nach diesen vier Jahren Eremitendasein in Qal’at Salima zurück in seine Heimatstadt Tunis, wo er weiter an seinem siebenbändigen Werk der „Geschichte der Berber“ arbeitete und an der „Hohen Schule“ Vorlesungen hielt. Der große Geschichtsdenker starb am 17. März 1406 im Alter von 73 Jahren in Kairo.



Der Golfer, der mit „Calamity Jane“ spielte
Sie hieß Martha Jane Cannary, lebte ich der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wurde neben ihrem Freund „Wild Bill“ Hickock begraben, nahm als Mann verkleidet an den Feldzügen gegen die Indianer teil, war eine exzellente Schützin, saß auf dem Bock eines Pony-Express und buddelte, wie das seinerzeit fast jeder tat, nach Gold. Aber sie hatte auch eine Menge Pech ihm Leben und deshalb nannte man sie „Calamity Jane“.

Und genauso hieß auch der wohl berühmteste Golf-Putter der Welt, ein legendäres Ding, mit dem der ebenso legendäre Robert Tyre (genannt Bobby) Jones aus schier unmöglich scheinenden Entfernungen einlochte, den er nie aus der Hand legte und der ihn zu einem der berühmtesten Spieler der Golfgeschichte machte.

Am 17. März 1902 Jahren wurde Bobby Jones geboren, in Atlanta in Georgia, wo er 69 Jahre später auch begraben wurde. Höhepunkte seiner beispielslosen Karriere, in der er nie Profi wurde, sondern (auch nicht schlecht) von seinem Beruf als Rechtsanwalt und Buchautor lebte, waren die Erringung des „Grand Slam“ 1930, als er als erster Amerikaner alle vier Major-Titel holte, und die Gründung des „Augusta National Course“ sowie des US-Masters Turniers.

1974 war Bobby Jones unter den ersten, die in die „World Golf Hall of Fame“ (damals noch in Pine Hurst, North Carolina, heute in St. Augustine,Florida) aufgenommen wurden, was er seinem überragenden Talent, Glück und vor allem „Calamity Jane“ zu verdanken hat.


Blätterwald
Gemeinde klagt gegen ihren Pfarrer
In seiner 34 Jahre andauernden Amtszeit in einer Cloppenburger Kirchengemeinde soll ein heute 74jähriger Pfarrer insgesamt 305 000 Euro ohne Genehmigung und Absprache vom Konto der Gemeinde abgehoben haben. Auf dieses Konto waren sämtliche Gelder aus Nebeneinkünften, Kollekten und Spenden geflossen, berichtet die Oldenburger „Nordwest-Zeitung“. Der Pfarrer behauptet, das ganze Geld sei „in die Missionsarbeit“ geflossen. Belege wollte er aber nicht vorlegen – wegen des Beichtgeheimnisses. http://www.nwzonline.de/Region/Kreis/Cloppenburg/Cloppenburg/Artikel/2294050/Gemeinde+will+305%26%23x200A%3B000+Euro+von+Pfarrer.html


Blätterwald
Bienensterben gestoppt
Das bedrohliche Sterben der Bienenvölker scheint gestoppt – jedenfalls im Ostallgäu, wie die „Allgäuer Zeitung“ berichtet. Während 2008 noch 572 Völker weniger registriert wurden, waren es jetzt „nur“ 74 weniger. Insgesamt gibt es im Landkreis Ostallgäu und damit rund um das weltberühmte Schloss Neuschwanstein noch 4454 Bienenvölker. http://www.all-in.de/nachrichten/allgaeu/marktoberdorf/Marktoberdorf-foto-vortrag-bericht-imker-kreisversammlung-oal;art2762,742742


Blätterwald
Trick mit „gesponsorten“ Bällen
Unternehmen lassen sich immer wieder etwas einfallen, um ihre Produkte zu verkaufen. So werden seit einiger Zeit Kindertagesstätten telefonisch „gesponsorte“ Bälle und weiteres Spielzeug angeboten. Das berichtet die „Märkische Oder-Zeitung“ aus den brandenburgischen Orten Beeskow und Friedland. „Wenn die Kita das Schreiben mit Unterschrift zurücksendet, werden Firmen im Umkreis der Kita angerufen und um Spenden in Höhe von wahlweise 149 oder 99 Euro gebeten mit dem Versprechen, dass der Sponsor öffentlich bekannt gemacht würde“, schreibt die Zeitung. http://www.moz.de/index.php/Moz/Article/category/Beeskow/id/318961



Blätterwald
Weihnachten kurz vor Ostern
Ja, ist denn heut schon Weihnachten? In Magdeburg jedenfalls ist der örtliche Weihnachtsmarkt jetzt schon Gesprächsstoff. Es geht um die Beschallung, die den Grünen nicht „weihnachtlich“ genug war. Das berichtet die Magdeburger „Volksstimme“. Das Musikprogramm soll sich jetzt ändern. Im Advent kann man das überprüfen, besuchenswert ist der hübsche Markt in jedem Fall. http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/magdeburg/magdeburg/?em_cnt=1660336




Lesenswerte Links
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