Der erste Vampirfilm

5. März


Immer schon war eine wichtige Komponente des Kinobesuchs, dass es war zu Knabbern gibt. Seit dem 5. März 1922 wurde dies um eine originelle Variante bereichert: Mit „Nosferatu, eine Symphonie des Grauens““ kam der erste Vampir-Gruselschocker in die Kinos und es war alles andere als eine billige B-Produktion aus der Horror-Ecke, sondern es war ein bis heute nur äußerst selten erreichtes Meisterwerk.

Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau, der eigentlich Friedrich Wilhelm Plumpe hieß und aus Bielefeld stammte, verzichtete auf all den Schnickschnack der frühen Stummfilmzeit, Doppelbelichtungen, Überblendungen oder auf die häufig reichlich hölzernen Kulissen. Er drehte, und das war neu, an den Originalschauplätzen in Rostock (im Film Wisborg) und in den Karpaten, denn Vorlage für „Nosferatu“ ist Bram Stokers „Drakula“ und es ist auch bei Murnau die inzwischen in unzähligen Variation verfilmte Geschichte eines furchterregenden Monsters, das tagsüber in einem Sarg schläft und nachts das Blut junger Menschen abzapft.

Der Film lebt davon, dass ansonsten alles eigentlich ganz furchtbar alltäglich ist. Gut, dieser Graf Orlok, dem der Makler Thomas Hutter im geheimnisvollen Transsylvanien ein Haus andrehen soll, ist schon von Anfang her gruselig, ein dünnes, hakennasiges Gespenst im Bratenrock mit Fingernägeln, die seit einigen Jahren nicht gestutzt worden sind und mit tiefen Rändern unter den Augen.

Der Zuschauer ahnt von Anfang an, dass an der Geschichte, dass dieser Orlok und der berüchtigte Vampir „Nosferatu“ ein und dieselbe Person sind, etwas dran sein könnte und wundert sich über den netten, blonden und ebenso naiven Hutter, der das alles nicht merkt und Riesenglück hat, dass seine frisch angetraute Frau via Gedankenübertragung den fiesen Bösewicht davon abhält, die seltene Gelegenheit zur flüssigen Nahrungsaufnahme zu nutzen.

Dieser Graf Orlok wird höchst eindrucksvoll von dem Münchner Theaterschauspieler Max Schreck gespielt, der schon mit diesem Namen geboren wurde, was einigermaßen verblüffend ist. Denn schon im Deutschen ist dies ein seltsam passender Name und erst Recht in der englischen Übersetzung. „Max Horror“ - „maximales Grauen“. Und genau das strahlt er in diesem Streifen aus. Natürlich ist es kein Zufall, dass auch der Gegenspieler von Batman in „Batman Returns“ Max Schreck heißt.

Man nimmt Schreck seine Schauspielkunst ab, den unmöglich scheinenden Spagat zwischen der für den heutigen Geschmack reichlich überzogenen Theatralik, den drohenden Gebärden, wenn er über nichtsahnende Opfer herfällt und seiner unspektakulären Alltäglichkeit, wenn er „einen Sarg herumschleppt, wie jemand, der kurz vor sieben, wenn die Postämter schließen, noch ein Weihnachtspaket aufgeben will“, wie ein zeitgenössischer Kritiker 1922 nach der Uraufführung schrieb.

Für Film-Experte Nicolaus Schröder ist „Nosferatu“ ein Meilenstein und so gehört er zu den „50 Film-Klassikern“, die er in seinem gleichnamigen Buch beschreibt: „Nahezu alles, was in den folgenden Jahrzehnten an Bildern und Metaphern im Horrorfilm auftaucht, lässt sich bis zu Murnaus „Nosferatu“ zurückverfolgen“ und er zitiert die Filmhistoriker Lotte Eisner, die 1955 schrieb: „Murnau ist aus Westfalen gebürtig, jenem Weideland, in dem grobknochige, riesenhafte Bauern schwerfällige Arbeitspferde aufziehen“, eine Erklärung, die, so Schröder, „dem eleganten Bohemian Murnau gefallen“ hätte.

Es hätte nicht viel gefehlt und Murnaus Meisterwerk wäre unwiederbringlich zerstört worden, denn er hatte seinen „Nosferatu“ ohne die Genehmigung von Bram Stokers Erben inszeniert und sich dabei an die Vorlage ziemlich weitgehend angelehnt (auch, wenn er seinem Vampir ein paar neue Macken, wie absolute Lichtempfindlichkeit, andichtete). Stokers Witwe Florence hatte nämlich 1924 vor einem Berliner Gericht den Beschluss erreicht, dass alle Kopien des Murnau-Streifens vernichtet werden sollten. Erfreulicherweise konnten jedoch einige gerettet werden.

Friedrich Wilhelm Murnau kannte das Grauen im Übrigen aus eigenem Erleben. Während des Ersten Weltkriegs stürzte er nicht weniger als acht Mal mit dem Flugzeug ab – und holte sich dabei kaum einen Kratzer. Er wurde dennoch nur 42 Jahre alt. Am 11. März 1931 verunglückte er in Santa Monica – mit dem Auto ...



Der legendäre Rudolf Harbig
Einen wie ihn hat es, zumindest in Deutschland, bisher noch nicht wieder gegeben und es bestehen berechtigte Zweifel, dass dies je geschehen könnte: „Wunderläufer“ Rudolf Harbig, der als einziger gleichzeitig die Weltrekorde über 400 Meter, 800 Meter und 1000 Meter hielt, ein Ausnahmeathlet wie Jesse Owens im Sprint und im Weitsprung, wie Emil Zatopek und Paavo Nurmi auf den Langstrecken. Der gebürtige Dresdner wurde nur 30 Jahre alt. Am 5. März 1944 starb er als Oberfeldwebel der Wehrmacht irgendwo in der Nähe von Kirowohrad in der Ukraine.

Am 15. Juli 1939 schrieb Rudolf Harbig Leichtathletik-Geschichte. Gleich um 1,8 Sekunden verbesserte er auf der 500-Meter-Bahn der von Napoleon erbauten „Alten Arena“ von Mailand die Weltbestleitung über 800 Meter und pulverisierte den bisherigen Rekord des Engländers Sidney Wooderson auf 1:46,6. Und es sollte mehr als 16 Jahre dauern, genau bis zum 3. August 1955, als der Belgier Roger Moens erstmals schneller lief als er.

Erreicht hatte Harbig die Fabelzeit durch die von Waldemar Goerschler neu entwickelte Methode des Intervall-Trainings, die aber inzwischen als überholt gilt. Seine Nachfolger, wie der Kubaner Alberto Juantorena, der Engländer Sebastian Coe und der aktuelle Rekordhalter, der kenianische Däne Wilson Kipketer (1:41,11) setzten mehr auf Ausdauertraining. Der Deutsche Leichtathletik-Verband vergibt seit 1950 einmal im Jahr den Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis für verdienstvolle Leichtathleten.


Blätterwald
Bürgermeister zündet Storchennest an
Angeblich, um anfliegende Störche davon abzuhalten, sich auf dem Schornstein eines Heizhauses niederlassen, das demnächst abgerissen werden soll, hat der Bürgermeister von Wiesenau im Oder-Spree-Kreis in Brandenburg ein Storchennest angezündet. Das berichtet die „Märkische Oderzeitung“ und zeigt in einem Video, auf dem der Mann den Schonstein herunterklettert. http://www.moz.de/index.php/Moz/Article/category/Eisenhüttenstadt/id/317719


Blätterwald
Plötzlich vier Meter hohe Eisschollen
Auf der Oder bei Breslau sorgten polnische Eisbrecher für so viel Eisschollen, dass diese in großem Tempo die Oder in Richtung Mündung hinuntersausten. Der Eisbruch war so hoch, dass an der Warthemündung Eisbrecher in letzter Sekunde in Sicherheit gebracht werden mussten, denn die Polen hatten vergessen, ihren deutschen Kollegen Bescheid zu sagen. Das berichtet der „Nordkurier“.http://www.nordkurier.de/index.php?objekt=nk.nachrichten.uckermark&id=639117

Blätterwald
Klage weil der Nachbar schnarcht
Vermieter habe es schwer. Jetzt wurde vor dem Bonner Amtsgericht eine Vermieterin verklagt, weil die Mieter, die ausdrücklich ein „ruhige Wohnung“ gesucht hatten, sich vom Schnarchen des Nachbarn gestört fühlten. Das sei „arglistige Täuschung“ meinten die Kläger. Und das berichtet der „Bonner Generalanzeiger“ http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10490&detailid=708690


Blätterwald
Kaufhaus für Neonazis
Mit großer Sorge beobachten die Einwohner im Dierkow, einem Stadtteil von Rostock, wo in einem Laden namens „Haugesund“ (so heißt eine Küstenstadt in Norwegen) die vor allem bei Rechtsradikalen sehr beliebte Klamottenmarke „Thor Steinar“ verkauft wird – allerdings nur, wenn man an der Tür hinter „Ute’s Bierstube“ und der Videothek „Movie Star“ klingelt. Das berichtet die Schweriner „Ostsee-Zeitung“ http://www.ostsee-zeitung.de/rostock/index_artikel_komplett.phtml?param=news&id=2708893

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