Der gute Mensch von Lambarene

21. März


Er war ein guter Mensch. Sein Name war und ist ein Synonym für Menschlichkeit, Opferbereitschaft, Nächstenliebe und Bescheidenheit. Am 21. März 1913 eröffnete der aus dem Oberelsass stammende Albert Schweitzer sein Tropenhospital in Lambarene, das ihn weltberühmt machen sollte.

Schweitzer war schon 38 Jahre alt, als er ein gesichertes Leben als Theologe und Mediziner aufgab, um sich seinem eigentlichen Lebensziel zuzuwenden, bevor „die Batterien erschöpft waren“, wie er selbst einmal sagte. Er war ein Aussteiger und scharfer Kritiker seiner (und unserer) Zeit. Schon 1902 predigte er in Straßburg: „Die Industrie, gestützt auf das Kapital, beutet die Menschen aus und macht aus ihnen Maschinen. Sie spottet ihrer Gesundheit, zerstört das Leben der Familie. Junge Menschen wachsen auf, verlassen, entstellt, moralisch wie physisch.“ Das war vor mehr als 100 Jahren!

Es ist mehr als klar, dass ein Mann, der solche Thesen vertritt, nicht nur Freunde hat. Deshalb war das Leben Albert Schweitzers begleitet von Anwürfen und Kritik, die allerdings immer leiser und tückischer wurde, je mehr er die Herzen seiner Mitmenschen eroberte.Albert Schweitzers Lebensmaxime war „Ehrfurcht vor dem Leben“, ein Satz, der ihm 1915 einfiel, als er auf dem Ogowe mit einem Schiff stromaufwärts fuhr, um einer kranken Missionsschwester zu helfen. Er fiel ihm ein, als sie durch eine Herde Nilpferde fuhren. Da war Schweitzer schon 40 Jahre alt, aber er sollte noch 51 Jahre Zeit haben, diesen Satz immer und immer wieder zu beschwören.

Genützt hat es nicht sehr viel. In diese Zeit fallen zwei Weltkriege mit Abermillionen von Toten und eine nicht mehr einzudämmende Vernichtung der Umwelt. Immer wieder hatte Schweitzer gewarnt, dass die Menschen immer mehr Macht über die Naturkräfte besäßen, dabei aber nicht die „Stufe höchster Vernünftigkeit“ erreicht hätten.

Ganz besonders setzte sich Schweitzer gegen Atomversuche und einen drohenden nuklear geführten Krieg aus. „ Wie ein gütiger alter Familiendoktor setzte er sich ans Krankenbett der Menschheit und redete ihr gut zu“, so der Futurologe Robert Jungk, er machte klar, welche Gefahren mit dem Atom verbunden waren, er mahnte, er warnte, aber es erging ihm, wie vielen anderen „Weltverbesserern“ zuvor: Er wurde gefeiert, aber man hörte nicht auf ihn.

1951 bekam Schweitzer den Friedenspreis des deutschen Buchhandels, ein Jahr später den Friedensnobelpreis. 1954 wurde ihm der Orden der Friedensklasse des „Pour le mérite“ verliehen, er gehörte, obwohl er den größten Teil seiner Zeit als „Urwald-Doktor“ in seinem Hospital in Gabun im westlichen Zentralafrika verbrachte, zu den bekanntesten Persönlichkeiten seiner Zeit.

Auch als Arzt blieb Schweitzer seiner Maxime „Ehrfurcht vor dem Leben“ treu. Er drängte den Menschen, denen er „vor Ort“ unter unendlichen Mühen half, nicht den Lebensstil der Weißen als allein seligmachend auf, sondern ging auf sie ein, nahm ihre Lebensregeln ernst und richtete sich danach. Er verzichtete darauf, modernste Medizintechnik nach Lambarene zu holen. Er ließ auch afrikanische Traditionen gelten.

Albert Schweitzer ist deshalb oft belächelt und gescholten worden als seniler, starrsinniger Patriarch, als „altmodisch“ und „rückständig“, als spinnerter schwafelnder Medizin-Missionär mit Tropenhelm und verlogener Urwald-Romantik. Erst später, lange Zeit nach seinem Tod am 4. September 1965 in seinem geliebten Lambarene, stellten die Menschen fest, dass die als „primitiv“ gescholtenen Heilmethoden Afrikas und Asiens oft sehr viel wirkungsvoller sind als im hochmodernen Labor entwickelte Chemie-Medizin westlichen Zuschnitts.

Menschen wie Albert Schweitzer gibt es nicht in jeder Generation, noch nicht einmal in jedem Jahrhundert. Das ist bedauerlich, denn gerade in unserer Zeit hätte seine mahnende Stimme vielleicht etwas bewegt, so wie es am 23. April 1957 war, als er über 140 Radiostationen in aller Welt einen engagierten Appell gegen Atomwaffen-Versuche in der Atmosphäre verbreitete. Das hat gewirkt. Krieg, das war für Albert Schweitzer immer schon eine Bankrotterklärung der Menschlichkeit ...


Der Vater der Rumpelkammer
In der DDR war er so bekannt wie das Sandmännchen und seine Sendung so beliebt wie „Ein Kessel Buntes“. Von 1955 bis 1990 zeigte das Fernsehen mehr als 400 Mal „Willi Schwabes Rumpelkammer“, in der es um Ausschnitte aus alten Filmen ging. Und mehr als 400 Mal stieg Willi Schwabe mit einer Laterne in der Hand auf seinen Dachboden und wurde jedes Mal fündig. Er wurde am 21. März 1915 geboren.


Lesenswerte Links
http://www.volksstimme.de/
http://www.moz.de/
http://www.nwz-online.de/
http://www.petrafoede.de/
http://mein-bayern.lexikus.de/

Keine Kommentare: