Der Mann aus Apulien

18. März

Wenn nicht gerade ein Papst oder zumindest ein annähernd vergleichbar hochrangiger Kirchenfürst zur Hand war, dann neigten mittelalterliche Kaiser und Könige schon einmal dazu, sich die Krone selbst aufs Haupt zu setzen. Und so war es auch am 18. März 1229, als sich der Deutsche Kaiser und König beider Sizilien (die Insel und das normannische Süditalien), Friedrich II., selbst die Ehre gab.

Rein theoretisch wäre es für den damals regierenden Papst Gregor IX. natürlich ein großes Fest gewesen, wenn er dabei gewesen wäre, denn es handelte sich immerhin um die Krone des Königs von Jerusalem, mit der sich der 35 Jahre alte Friedrich II. schmückte, womit endlich durch den erfolgreichen 5. Kreuzzug die heiligen Stätten von Jerusalem, Bethlehem und Nazareth in christlicher Hand waren.

Aber Friedrich II. und Gregor IX. waren alles andere als gute Freunde. Der Papst hatte sogar zwei Jahre zuvor den mächtigen Herrscher der Deutschen und Italiener gebannt, als Friedrich den Kreuzzug abgebrochen hatte, weil in seinem Heer eine Seuche ausgebrochen war, an der der Kaiser selbst erkrankt war und nur durch die vorzeitige Rückkehr nach Italien überstand.

Friedrich II. gilt als die glänzendste Gestalt des Hochmittelalters, allerdings handelte er gelegentlich auch sehr widersprüchlich. Aber er hatte es ja auch nicht leicht: Immer wieder musste er auf Leben und Tod um die Herrschaft kämpfen, sogar gegen seinen eigenen Sohn, er wurde enttäuscht von seinen engsten Freunden und befand sich in einem ständigen Tauziehen um die Macht mit den Päpsten.

Aber erzählen wir die Geschichte von Anfang an: Man sagt ja, dass ältere Mütter klügere Kinder bekommen und so war es auch im Falle Friedrichs. Seine Mutter war schon 42, als sie 1194 auf dem Marktplatz von Jesi in der Nähe der Adriastadt Ancona in einem Zelt und in aller Öffentlichkeit mit dem Jungen niederkam, um zu verhindern, dass man später die reguläre Herkunft des Knaben bezweifelte. Denn der Vater hieß immerhin Heinrich VI. und war Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.

Friedrich II. war mehr Italiener als Deutscher, von den 38 Jahren seiner Regierung verbachte er nur acht in Deutschland, er fand es einfach zu langweilig. Überhaupt liebte Friedrich eher das Exotische als das Bodenständige. Er schwelgte im Luxus und fand das auch völlig in Ordnung, schließlich hielt er sich für den Nabel der Welt, die ohne ihn in Chaos versinken würde.

Unter seinen Bediensteten war viele Sarazenen, er umgab sich mit jungen Frauen und Männern, die ihn ständig mit Tanz, Akrobatik und Gesang unterhalten mussten. Außerdem reiste er gern in Begleitung von Panthern, Leoparden, Löwen, Bären, Luchsen und Affen, die von Sklaven an langen Ketten geführt wurden.

Seine große Leidenschaft war die Jagd mit Falken, über die er sogar eine gelehrte Abhandlung schrieb. Er liebte das kultivierte Gespräch, war, wie der amerikanische Historiker Will Durant meint „sein eigener Voltaire“. Unterhalten konnte er sich in neun Sprachen, darunter auch arabisch, was ermöglichte, dass er Jerusalem ohne Blutvergießen einnehmen konnte.

Friedrich war ein begnadeter Dichter, wenn man dem Urteil Dantes glauben kann. Er interessierte sich für Philosophie und Mathematik, zog in einem zoologischen Garten Pferde, Hunde, Kamele und Tauben auf. 1224 gründete er die Universität von Neapel.

Natürlich wurde seine Neigung zur islamischen Welt von den Christen, an der Spitze der Papst, mit viel Argwohn betrachtet, obwohl Friedrich einen Wechsel vom Christentum zum jüdischen oder islamischen Glauben streng bestrafen ließ. Und er unterdrückte Gedanken- und Redefreiheit auch an den Universitäten, unterstützte die Ketzerverfolgung durch die Kirche.

Kaum ein Herrscher des Mittelalters verdient so viel aufmerksame Beachtung wie dieser Kaiser Friedrich II. und so ist es überhaupt keine Überraschung, dass seine als Autobiographie getarnte Biographie noch in unseren Tagen Bestsellerstatus erreichte. Horst Sterns „Mann aus Apulien“ ist eben ein ungewöhnlich lesenswertes Buch. Das lag in erster Linie an Horst Stern, aber auch an Friedrich II.

Am 13. Dezember 1250 starb der Stauferkaiser Friedrich II. an „morbo lupe“, einer Krankheit, die man heute wohl als Krebs bezeichnen würde.



160 Jahre American Express
Der überaus erfolgreichen Postkutschendienst, den die Herrn Henry Wells und William Fargo am 18. März 1850 gründeten, gibt es schon lange nicht mehr, erst viele Jahre später stellte die Firma erste Posteinweisungen und 1890 die ersten Reiseschecks aus. Die Firma heißt natürlich American Express.



Blätterwald
Bürgermeister zahlte zuviel – Strafbefehl!
Es kann gefährlich sein, wenn ein Bürgermeister seinen Mitarbeitern zuviel Geld zahlt. Das musste jetzt ein Stadtchef in Genthin in Sachsen-Anhalt erfahren. Wie die „Magdeburger Volksstimme“ berichtet, soll der Bürgermeister über mehrere Jahre zwei Mitarbeiterinnen insgesamt rund 30 000 Euro zuviel bezahlt haben und war dafür von einem Amtsrichter „wegen Untreue“ ohne Gerichtsverfahren zu zehn Monaten Haft mit Bewährung verurteilt worden. http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/genthin/?em_cnt=1661126



Blätterwald
Die neuen Möbel des Landrats
„Morgens wurde ich erst von der Büroleiterin begrüßt und dann von den Milben,“so sagte der zu den Linken gehörende Landrat der brandenburgischen Hansestadt Demmin und genehmigte sich eine Sanierung seines Büros einschließlich neuer Möbel für 40 000 Euro. Das berichtet der „Nordkurier“ „Reine Verschwendung“, schäumte die CDU, deren Fraktionsvorsitzender übrigens der erste Besucher in dem renovierten Raum war. Jetzt tobt ein heftiger Streit. http://www.nordkurier.de/lokal.php?objekt=nk.lokales.demmin&id=644979


Blätterwald
Wasserbüffel im Donaumoos?
Wer in Zukunft lebende Wasserbüffel sehen will, muss nicht in den Zoo oder nach Asien reisen. Jedenfalls plant ein Landwirt aus Rammingen, einem Dorf nordöstlich von Ulm, Wasserbüffel auf sogenannten „vernässten Flächen“ im Donaumoos einzusetzen, um die Beweidung zu übernehmen und gegen die “Verbuschung“ vorzugehen. Das berichtet die „Südwestpresse“. Die bis zu einer Tonne schweren, drei Meter langen und rund 1,80 Meter großen Tiere werden in Asien vor allem auf Reisfeldern eingesetzt, aber man verwendet auch ihre Milch. Vielleicht gibt es ja bald Büffel-Mozzarella aus Rammingen. http://www.swp.de/ulm/lokales/kreis_neu_ulm/art4333,407245


Blätterwald
Gute Idee – Schüler kochen für Schüler
Ganz neu ist die Idee nicht und das Fernsehen berichtete schon darüber (z.B. in Bayern), aber es bleibt eine gute Idee. Die Nordwest-Zeitung Oldenburg berichtet ausführlich über das Projekt „Schüler kochen für Schüler“ in einer Hauptschule in Abbehausen, einem Stadtteil von Nordenhamm und zeigt auf, wie es möglich ist, dass Schüler nur 50 Cent für ein Mittagessen zahlen, dass außerdem alle viel Spaß haben und ja auch noch kochen lernen, was den alten lateinischen Grundsatz „wir lernen nicht für die Schule, sondern für das Leben“ eindrucksvoll untermauert. Übrigens: Schweinefleisch gibt es nicht – mit Rücksicht auf muslimische Schüler. http://www.nwzonline.de/Region/Kreis/Wesermarsch/Nordenham/Artikel/2295281/Spaghetti+und%26%23x200A%3BChili+f%FCr+einen+halben+Euro.html



Blätterwald
Friedhöfe für Muslime
Für jedes Schweizer Kanton einen muslimischen Friedhof. Das fordert der Präsident der Koordination Islamischer Organisation Schweiz, wie die „Neue Luzerner Zeitung“ berichtet. Er stieß damit bereits auf Widerstand. In der Schweiz gibt es einen muslimischen Friedhof in Zürich und ein muslimisches Grabfeld in Luzern, dass aber, so die Zeitung, kaum genutzt werde. In Österreich gibt es einen muslimischen Friedhof in Wien, in Deutschland in Berlin und Kiel sowie muslimische Grabfelder in Delmenhorst, in Marburg, Karlsruhe, Saarbrücken und Krefeld. In Lübeck und Paderborn sind muslimische Friedhöfe oder Grabfelder in Planung.http://www.zisch.ch/navigation/top_main_nav/nachrichten/zentralschweiz/luzern/detail.htm?client_request_className=NewsItem&client_request_contentOID=332820


Lesenswerte Links
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