Parkinsons Gesetz

9. März


Die Welt fand seine Thesen ausgesprochen amüsant und freute sich über den typisch englischen, unfehlbar treffsicheren Humor, der seine Sprüche unwiderstehlich machte. Vielleicht hätte man anders an Northcote C. Parkinson und seine Erkenntnisse herangehen sollen, denn sie sind nichts als die reine Wahrheit.

Am 30. Juli 1909, wurde der britische Nationalökonom, Historiker und überaus erfolgreiche Schriftsteller Northcote Cyril Parkinson geboren. Er schenkte der Welt vor allem das nach ihm benannte Gesetz, das da lautet, dass sich Arbeit exakt in dem Maße ausdehnt, in dem Zeit zur Verfügung steht, sie zu erledigen. Das heißt nichts anderes, als dass ein Beamter oder Angestellter, der, sagen wir, vier Stunden für die Erstellung eines halbseitigen Briefes zur Verfügung hat, exakt diese vier Stunden auch dafür benötigt, wobei das auch gilt, wenn er acht oder zwölf oder auch nur eine halbe Stunde Zeit hätte.

In mehr als 60 Büchern verbreitete Parkinson seine überaus unterhaltsamen Thesen, die in all den Jahrzehnten, die seit der Veröffentlichung von „Parkinsons Gesetz“ im Jahre 1957 vergangen sind, nichts von ihrer Aktualität verloren haben – im Gegenteil, durch die Benutzung von Computern sogar noch verstärkt wurden. „Computer“, so weiß der am 9. März 1993 verstorbene Wissenschaftler, „sind die neueste technische Errungenschaft zur wirksamen Verzögerung der Büroarbeit.“ Und: „Daten dehnen sich in genau dem selbem Maße aus, wie Speicherplatz zur Verfügung steht.“

Schon als junger Mann, in den 30er Jahren, entwickelte Northcote C. Parkinson seine erste These. „Eines Tages,“ so lautet sie, „wird die Royal Navy mehr Admiräle haben als Schiffe.“ Diesem flotten Spruch liegen ernsthafte Forschungen zugrunde. Parkinson verglich nämlich die Zahl der Schiffe, der Mannschaften und der Beamten der britischen Marine von 1914 mit denen von 1928 und stellte fest, dass die Zahl der Schlachtschiffe und Zerstörer von 62 auf 20, also um fast 70 Prozent sank, sich die Besatzungen von 146 000 auf 100 000 verringerten, also um rund ein Drittel, die Beamten in der Admiralität sich aber in derselben Zeit von 2000 auf 3569 vermehrten. Eine ähnliche Untersuchung stellte er auch für die Zeit von 1938 bis 1967 an und siehe da, während sich die Zahl der schwimmenden Einheiten auf ein Drittel verringerte, verdreifachte sich die Zahl der sie verwaltenden Beamten.

Parkinson führt dieses Phänomen darauf zurück, dass jeder Beamte oder Angestellte vor allem ein Ziel hat, nämlich die Zahl seiner Untergebenen, nicht die Zahl seiner Rivalen zu vergrößern. Außerdem, so meint der Bürokratieforscher, verschaffen sich Beamte und Angestellte gegenseitig Arbeit, was zwangsläufig zu einer immer bedrohlicheren Aufblähung des Staatsapparates führe.

Geradezu gespenstisch angesichts der augenblicklichen Situation der Bundesrepublik Deutschland lesen sich Parkinsons Thesen über den Verfall von Staaten. „Länder“, so schreibt er, „die von ihren eigenen Steuerbehörden abgewürgt werden, brauchen nicht unmittelbar auf der Stelle zusammenzubrechen. Die Menschen bauen noch auf die Zukunft, selbst wenn diese Zukunft bereits verpfändet ist. Es dauert seine Zeit, bis eine neue Generation herangewachsen ist, die von Kindheit auf an das Gefühl des Verfalls gewöhnt ist.“

Irgendwann beginne der Steuerzahler verbittert, Steuer als Diebstahl zu betrachten. Bei steigenden Sätzen würden sich damit auch seine Anstrengungen verstärken, die Steuer zu umgehen, da sich die aufgewendete Zeit mehr lohne, als Bemühungen um eine weitere Erhöhung des Einkommens, das wiederum versteuert werden müsste.

Kurz: Es wäre gut und richtig, wenn Beamte, Parlamentarier, Minister und Kanzler vor Antritt ihres Amtes gezwungen werden könnten, Parkinsons Gesetze zu lesen und zu verinnerlichen. Wobei allerdings die Gefahr besteht, dass so ein weiteres Parkinsonsches Gesetz relevant wird: „In jeder Organisation gibt es eine Person, die Bescheid weiß. Diese Person muss entdeckt und gefeuert werden, sonst kann die Organisation nicht funktionieren,“ so heißt es bei Parkinson. Und da ist es natürlich schon besser, nicht Bescheid zu wissen ...



Küssen verboten
Verbote reizen den Menschen bekanntlich besonders, sie zu übertreten. So war es sicher auch mit dem am 9. März 1562 erlassenen Verbot, sich in der Öffentlichkeit zu küssen. Zuwiderhandlung wurde mit dem Tode bestraft. Übrigens gibt es ganze Menge höchst seltsamer Verbote rund um das Küssen, aber auch, das Verbot, Kinder in Paketen zu verschicken oder Sex auf abgestellten Motorrädern zu treiben (in London).


Blätterwald
Serienweise Oscars für Babelsberg
Möglicherweise im Oscar-Trubel etwas untergegangen ist die Tatsache, dass in den Potsdamer Filmstudios Babelsberg produzierte Streifen zum dritten Mal in Folge die begehrteste Filmtrophäe abgeräumt haben. Das berichten die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“. Der „Goldjunge“ für Waltz, die insgesamt acht Oscar-Nominierungen für Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ und die fünf weiteren Nominierungen für Filme aus der Hauptstadtregion seien ein „eindrucksvolles Zeugnis“ für das „außerordentlich kreative Klima“ und das „hohe internationale Know-how“ am Filmstandort, zitierte die Zeitung Studio-Vorstandschef Carl Woebcken. http://www.pnn.de/potsdam/272785/


Blätterwald
Geheimnisvolle Klopfzeichen
Wenn es lange und ausdauernd irgendwo klopft, dann macht der Mensch sich halt Gedanken. So war es auch in Brandenburg an der Havel, als eine Frau dies hörte und dachte, vielleicht ist jemand verschüttet oder hat sich eingesperrt. Vielleicht braucht jemand Hilfe. Wie die „Märkische Allgemeine“ berichtet, rief sie die Polizei. Und die fand schnell heraus: Das Geräusch kam aus der Nachbarwohnung. Dort klopfte ein Mann sein Schnitzel. http://bit.ly/bSSVqB


Blätterwald
Bushaltestellen-Technik
Clever, clever diese Ösis: Wer in Zukunft an einer Bushaltestelle steht und wissen will, wann der nächste Bus kommt, der muss nur einen Knopf drücken und auf dem Display seines Handys findet er die Antwort. Das berichten die „Salzburger Nachrichten“. Zunächst ist es noch ein Pilotprojekt der Postbusse der Österreichischen Bundesbahn zwischen Salzburg und Bad Ischl, aber in zwei bis drei Jahren sollen alle Haltestellen damit ausgestattet werden, denn die Technologie ist ausgesprochen preiswert. www.salzburg.com/sn


Blätterwald
Bielefeld gibt es doch
Vor 16 Jahren hat ein Student im internet behauptet, dass Bielefeld nichts als eine Illusion sei. Jetzt gibt es die Antwort als Buch, berichtet die „Neue Westfälische Zeitung“. Sie schreibt unter anderen über den Beitrag des Kabarettisten Dietmar Wischmeyer, der so zitiert wird: „Neben der sagenumwobenen Glitzerstadt westlich von Schuckenbaum existiert Bielefeld als Fantasia-Land selbstgefälliger Metropoliten. Der Kölner, Hamburger oder Münchener, ja sogar der Frankfurter, braucht einfach eine negative Projektionsfläche, um sein eigenes ödes Kaff zu glorifizieren. [...]Warum gerade wir, fragen sich alle Bielefelder, wenn sie durch Deutschland fahren und soviel weitaus hässlichere, unlebenswertere und einfach nur zum kotzende Städte sehen.“ Außerdem gebe es in Bielefeld keinen „überörtlich bekannten Schweinefraß, den die Eingeborenen für eine leckere Spezialität halten.“ Das Buch heißt „Rätselhaftes Bielefeld – Die Verschwörung“ und ist im Pendragon-Verlag, Bielefeld erschienen. http://www.nw-news.de/lokale_news/bielefeld/bielefeld/3425398_Die_Verschwoerung_der_Prominenten.html


Blätterwald
Pfiffige Idee aus Konstanz
Das ist ja mal ne richtig gute Idee. Rund 100 Konstanzer haben sich zusammengeschlossen und tauschen, ganz ohne Geld, Dienstleistung. Das berichtet der „Südkurier“. Der eine lernt bei einem anderen italienisch und dafür führt er bei einem Dritten den Hund aus. „Finanziert“ wird das alles mit einer Hilfswährung. Die Initiatoren gehen davon aus, dass jede Minute Arbeit gleich viel wert ist. Nähere Informationen unter http://www.tauschring-konstanz.de/
http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Konstanzer-Tauschring-Dienste-ohne-Geld;art372448,4198604

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